Archiv für Oktober 2006

Wieder ein blöder Schriftenartikel

Die „Gill Sans“

Diese Schift wurde 1930 von Eric Gill geschnitten, der eigentlich als Grafiker und Bildhauer arbeitete. Er benannte die Schrift nach sich selbst und legte im selben Jahr noch eine weitere Schrift nach, die Joanna, die den Namen seiner Tochter trug.

Zur Schrift:
Erik Gill orientierte sich bei der Gill Sans an den Schriften englischer Pub-Schilder, die meist sehr fantasievoll handgemalt waren. Einige dieser Unregelmäßigkeiten finden sich noch in der Gill. So zum Beispiel das kleine „a“, das den Eindruck macht, als würde es nach links umkippen, oder das kleine „t“, das kaum größer ist, als andere Kleinbuchstaben.

Zur Verwendung:
Die wohl bekannteste Anwendung der Gill Sans ist das Logo der BBC, daneben wird die Schrift auch bei Philips, Stiebel Eltron und dem Verkaufssender QVC verwendet.

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Ist doch Ehrensache.

Übrigens:
Keine(r) wollte es mir glauben, aber ich hab das jetzt mal nachgeprüft. Der Hauptdarsteller aus „Criminal Intent“ ist „die Schabe“ aus „Men in Black 1″. Deshalb kam mir die Serie auch immer so seltsam vor…

Wenn mein Kopf ein bisschen freier ist, schreib ich vielleicht auch mal wieder was richtiges.

2 Sachen (Zugabe)

1) Wenn man auf Google „Scheiss Pirna“ sucht, findet man meinen Blog. Das find ich nicht gut.
Warum Leute, die nach „antifa bueso david“, „dixie klo lied“, „gundermann heinersdorf“, „man weiß immer dass besonderen gefunden“, „neger ficken videos“ oder „karneval plakate bauhaus“ suchen auf meinen Blog gehen, erschließt sich mir nicht ganz.

2) Wenn ich mir Zeitungen bzw. Bücher kaufe, geschieht das meist aus der herkömmlichen Motivation: Die Dinger zu lesen. Manchmal, zugegeben: oft, allerdings auch, weil tolle Bilder drin sind. Das sind dann meist Design-Zeitschriften und Bildbände. Ein Bildband, den ich mir vor einer Weile gönnte, was Ken Ohara: One, ein Buch in dem großflächige Fotografien von Gesichtsausschnitten zu sehen sind.
Die wollte ich eigentlich teilweise ausschneiden und in mein Zimmer hängen. Hab ich dann doch nicht, weil die meisten etwas gruselig aussahen. Irgendwie kam ich neulich mit einem Dozenten von mir auf dieses Buch zu sprechen, und ich machte den Fehler, ihm von der „Buchseiten an die Wand häng-“Aktion zu erzählen. Er beendete daraufhin den Small Talk mit den Worten: „Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Wer Bücher zerschneidet, zerschneidet auch Menschen!“

2 Sachen zwischendurch

1) Ich hab gestern mal wieder „Shawn of the dead“ gesehen. Super Film. Nur eine Frage drängt sich mir immer bei Zombiefilmen auf:
Wenn man Zombie nur durch Bisswunden wird, die Zombies aber eigentlich darauf aus sind, die Menschen zu essen, warum gibts dann so viele Zombies? Eigentlich müsste es doch die Ausnahme und nicht die Regel sein, dass sich einer der gebissen wird, noch losreissen kann bevor er verspeist wird.

2) Falls irgendjemand von euch in die Situation kommt, längere Zeit auf U-Bahnhöfen zuzubringen, guckt euch Werbeplakate an. Z.B. folgendes: Birgit Fischer (Paddlerin) macht Werbung für die DAK (nein, nicht die „Deutschen Afrika Corps“, sondern die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“).
Zu sehen ist ein scheinbar einfaches Foto: Sie in ihrem Paddelboot an einem Steg in einer Seenlandschaft.
Joa, Fotosession halt, Text drauf, Plakat fertig…
Nix da! Auf den zweiten Blick lassen sich mind. 4 Manipulationen an dem Foto erkennen:
Der Layouter hat den Uferwald im Hintergrund verlängert, indem er einen Teil des Waldes einfach zweimal in dem Bild verwendet. Ausserdem hat er einen neuen blaueren Himmel in den Hintergrund eingefügt (der echte Himmel ist noch zwischen den Bäumen zu erahnen), Frau Fischer das Shirt orange gefärbt (die Krankenkassenfarbe halt) und dem Steg eine ansprechendere Farbe verpasst.
Nicht dass, solche Manipulationen nicht legitim sind, nur nicht, wenn mans erkennt.

Genug für heute.
Die Tapete

Jugendträume platzen lassen

Vorweg: Resist, du musst jetzt ganz stark sein.

Es gibt Figuren, die hat man in der Jugend im Fernsehen verfolgt, man hat mit ihnen gelitten, fand sie cool, wollte vielleicht später selber mal so werden wie sie. Max Wrigth alias Willy Tanner ist garantiert keiner davon. Der war immer irgendwie langweilig, konservativ, seine Rolle war eh der von ALFs Spirenzien genervte Familienvater.

Und jetzt lese ich das:
Er ist homosexuell, raucht Crack und dreht Homemade-Pornos mit Obdachlosen, ist sozusagen prädestiniert als Ehrenmitglied bei der Crisco Connection aufgenommen zu werden. Gut, von mir aus kann er dabei noch mit Tellern jonglieren oder Beethovens Fünfte pfeiffen, das ist mir alles relativ egal, aber für den LeserInnen des „National Enquirers“ ist er jetzt bestimmt Luzifer persönlich. Und das mit „ALF – der Film Teil 2″ wird wahrscheinlich auch nichts.

Langweiliges Wochenende

Falsche Entscheidung 1:
Nicht auf die Festsaalparty am Samstag zu gehen. Waren scheinbar viele Leute da.

Falsche Entscheidung 2:

Einen Gundermann-Artikel veröffentlichen. Outet mich viel zu sehr als Ostpocke.

Falsche Entscheidung 3:
Nicht „Texas Chainsaw Massacre“ zum Einschlafen gucken. Gut schlafen ist was anderes.

Gute Entscheidung 1:
Dieses Plakat aus der Straßenlandschaft entfernen und meine MitbewohnerInnen damit zu schocken.

Aber mal ehrlich, wollten die echt mit diesen Plakaten um Wählerstimmen werben? Wenn die mir nicht so dermaßen unsympatisch wären, würde ich mich da glatt als Wahlberater anbieten…

Gerhard Gundermann

Ich war in meinem Leben bisher auf zwei Beerdigungen. Die eine war familiär, die andere die von Gerhard Gundermann. Diese Beerdigung war eines der skurrilsten Erlebnisse meines Lebens.
Obwohl ich zu dieser Zeit schon relativ eigenständig meinen Musikgeschmack formte, fand ich aus unerklärlichen Gründen die Musik von Bands wie Keimzeit oder auch Gerhard Gundermann richtig gut. Gundermann, ein Ostlinker durch und durch, „der singende Baggerfahrer aus der Lausitz“, schaffte es Ende der Neunziger Jahre mit teils wehmütigen Texten über die Wende, eine wachsende Zahl ostdeutscher Fans um sich zu scharen. Seine Konzerte waren immer durchzogen von Anekdoten, in denen er seine Weltsicht zum Ausdruck brachte. Er bestach auf jeden Fall durch einen guten Musikgeschmack, coverte er doch regelmäßig Songs von Bruce Springsteen, Tori Amos und Tom Waits.
Als dann im Radio die Nachricht kam, dass Gundermann gestorben sie und dass er am nächsten Tag in Hoyerswerda geerdigt werden würde, machte ich mich spontan auf den Weg, um an der Beerdigung teilzunehmen. Ich muss mir nicht viel dabei gedacht haben, die Autofahrt kam mir eher wie der Weg zu einem Konzert vor. Letztendlich stand ich dann zwischen einer Handvoll Verwandter am Grab. Als Gundermanns Frau, dann die Schlange der Gekommenen ablief, um jedem zu danken und zu umarmen, wäre ich am liebsten schreiend weggelaufen, zu meinem Glück hörte sie kurz vor mir auf und verließ den Friedhof.
Das Abschiedslifealbum, das einige Wochen nach seinem Tod erschien hab ich mir noch gekauft. Es liegt in meiner Küche, und manchmal quäle ich meine MitbewohnerInnen damit.

Jetzt seid aber erstmal ihr dran:
Hardware und Software:

Gras:

Puppentheater Pt.2

Liebe LeserInnen dieses Blogs:
Bitte, nehmt keine Drogen! Sonst kommen dabei solche Sachen zustande.

[Der „Manamana“-Typ erinnert mich von Haarfarbe, Frisur und Verhalten übrigens sehr an meinen Vater. So werde ich später auch mal aussehen. Mal abgesehen von dem grünen Plüschpullover.]

Mischmasch Pt.3

Wegen Zeitnot nur ein paar Notizen:

Neue interessante Links:
[Politisches Plakat] – eine umfangreiche Sammlung politischer Plakate der letzten Jahre
[Creative Criminal] – eine spannende Seite über einfallsreiche Werbeplakate
[Riotkollektiv] – Die hoffentlich bald fertige Seite des hübschesten Button & Shirt – Merchendizes in Berlin

Und zum Abschluss:
Das „S“ bei Harry S Truman war keine Abkürzung. Sein zweiter Vorname war einfach „S“.