Archiv für Januar 2007

Ausziehn, ausziehn!

Mein Blog zieht um. Im Reallife. Zumindest der Ort, von dem aus gebloggt wird.
Das heißt, von vielem unnützen Kram trennen und – was deutlich schlimmer ist – von liebgewonnenen Wandmalereien. Dem Herzstück der Wandbemalung dieser Wohnung hab ich deshalb ein temporäres Denkmal mit meinem Blogheader gesetzt. Meine Türbemalung (Bild 2) wurde noch schnell fotografisch gesichert und mein Teppich, der mich lange Jahre begleitete und auf dem man die Parties der letzten Jahr immer noch nachvollziehen konnte, ist dem spröden weinroten DDR-Parkett gewichen.
Leb wohl Punkerwohnung, willkommen neue Wohnung.

Müüüde

Jau, der konnte schon immer ab besten meinen Zustand beschreiben.

Kyrill 2

Kräht zwar längst kein Hahn mehr nach, aber kurz noch eine Mitschrift der spektakulären Live-Schalte des RBB zum Ku-Damm:

Reporter: „Hallo vom Kurfürstendamm. So eben ist mein Regenschirm weggeflogen, ich werde ihn wohl nie wiedersehen. Hier sind trotz des Wetters noch ein paar Leute unterwegs. Ich gehe jetz mal hier rum und spreche sie an. Hallo, warum sitzen sie hier noch rum?“

Mann 1: „Ich komme grad von Arbeit und warte auf den Bus.“

Reporter: „Aha, haben sie auf ihrer Arbeit Vorsichtsmaßnahmen gegen den Orkan getroffen?“

Mann 1: „Ja, ich arbeite bei einer Cateringfirma, und wir haben im Hof die Töpfe zusammengebunden, dass die nicht umfallen.“

Reporter: „Ich gehe mal weiter. Was machen sie noch hier?“

Mann 2: „Ich arbeite in Berlin und warte hier auf meinen Anschlusszug nach Brandenburg. Ich fahr jetzt nach hause.“

Reporter: „Meine Redaktion sagt mir grade, dass alle Zugverbindungen aus Berlin raus eingestellt wurden. Trotzdem noch eine gute Reise. Soeben hat mir eine Frau meinen Schirm wiedergebracht. Er ist leider kaputt. Zurück ins Studio.“

Kyrill

Ich war Punkt 24:00 für ein paar Minuten draussen an der frischen Luft, also zu der Zeit, wo der Sturm seinen Höhepunkt erreichen sollte … Nix, aber auch garnichts, ist bei mir im Kiez umgestürzt. Kein Baum, kein Gerüst, nicht einmal die provisorischen Ampeln an der Ecke.
Da hat er mich doch ein bisschen enttäuscht. Trotzdem ist er mir sympatisch, allein schon deshalb:
„Am Berliner Hauptbahnhof wurde durch den Orkan ein tonnenschwerer Träger aus der seitlichen Glasfassade heruntergerissen. Der zwei Tonnen schwere Stahlträger sei aus 40 Metern Höhe abgestürzt, teilte die Feuerwehr mit. Ein weiterer Stahlträger habe sich ebenfalls gelöst. Die Glasfassade des erst vor acht Monaten eröffneten Bahnhofs nahe dem Bundeskanzleramt sei nach ersten Erkenntnissen vom Einsturz bedroht, wie Sprecher Jens-Peter Wilke mitteilte. (…) Der Träger ist auf eine Treppe gestürzt und hat diese völlig zerstört. „ (www.meinberlin.de)
Dass er meine Küche unter Wasser gesetzt hat, verzeih ich ihm da nochmal…

Zitate

„Ich hab jetzt meinen Winterurlaub gebucht. Ich fahr in die Hohe Tantra.“

„Liebe Mitdemonstranten, die Genossen von der Polizei haben uns gebeten kurz zu warten, damit die Lücken in der Demonstration wieder geschlossen werden.“

Irgendwie ist mir etwas zu wenig Politisches auf diesem Blog. Deshalb – etwas alibimäßig – zwei mir sympatische Banner:

Die Familie ist die Keimzelle des Blogismus

Manchmal fragt man sich als Blogger ja: wo kommt das her, das Bedürfnis, alle paar Tage wildfremden Menschen Schwanke aus dem eigenen Leben zu erzählen. Eine gewisse Spur Exibitionismus und Selbstdarstellerei gehört sicherlich dazu. Ich werd mir immer sicherer, dass das bei mir genetisch bedingt ist.

Den Anfang hat ganz klar mein Vater gemacht. Nachdem er vor ein paar Jahren einen Kurs zum Thema „Subversive Verunsicherungspädagogik“ belegte, musste er anschließend ganz Sachsen seine Erkenntnisse aus diesem Kurs mitteilen, indem er als gefaketer Professor Soundso mit einer gefaketen Pressekonferenz & Vernissage auf dem „Blauen Wunder“ in Dresden ein angeblich wiedergefundenes historisches Eisenkreuz in die Elbe versenkte. Die Story wurde sachsenweit publiziert.

Als ich eben zum Aufwachen den Fernseher anmachte, um irgendwelchen Boulevard-Scheiss zu gucken, grinste mich mein kleiner Bruder an. In einer Reportage über Arbeitssuchende quatschte er irgendwas, von wegen „jeder hat eine Chance, man muss nur selber Initiative ergreifen.“ Die Reportage ging zu Ende und er stand als schillerndes Beispiel für Arbeitslose, die auch wirklich arbeiten wollen da. Mein Bruder, die lebendige Verkörperung von „Kiffen, Klauen, Kommunismus“ (ausser vielleicht der Teil mit dem Kommunismus).

Allein meine Mutter fällt irgendwie aus der Aufzählung etwas raus. Das letzte Mal, dass sie im Fernsehen war, war eine Sendung über irgendwelche Jugendfestspiele in Berlin. Sie gab als FDJ-Vertreterin ein kurzes Interview auf den Treppen des damals noch prunkvollen FEZ.

Ich werd jetzt mal kurz bei meinem Bruder vorbeigucken und ihn ne Runde auslachen.

Plakate 2006

Auf Politisches Plakat gibt eine Umfrage, welches Plakat das beste des letzten Jahres war. Dazu sind dort 84 Plakate aufgeführt, aus denen man auswählen kann.

Ich bin jetzt mal parteiisch und stell hier meine Favoriten hin:

Geheimratseckenträger aller Länder unite

Woran erkennt man Computernerds auf freier Wildbahn?

Nein, das soll kein Diss gegen kristi* wegen ihres T-Shirts „I‘m Internet-Famous“ sein. Ich hab sogar selber mal ungefähr 2 Sekunden daran gedacht, mir so eins zu besorgen.

Ich hab vorhin einen Typen in der S-Bahn gesehen, der ein Basecap aufhatte, auf dem vorne < head > und hinten < / head > draufstand. Deutlicher kann man sich wohl nicht outen.
Auch im Bezug auf < / humor >.