Archiv für Februar 2007

Mein neues Wandbild

(Das Motiv ist übrigens vom leider nicht mehr existenten Blog „Maledei“. Vielen Dank nochmal.)

Für die Entnazifizierung des flachen Landes

Anfang der Woche hat der Prozess gegen die Neonazis aus Pretzien begonnen, die dort einen Heimatschutzverein u.A. zusammen mit dem Bürgermeister organisierten und im letzten Jahr während einer Sonnenwendfeier das Tagebuch der Anne Frank ins Feuer warfen. Die gerufenen Polizisten konnten mit dem Namen Anne Frank nichts anfangen und verfolgten das nur halbherzig. Erst die internationale Öffentlichkeit sorgte dafür, dass das Geschehen skandalisiert wurde.
Grund genug für den Mitteldeutschen Rundfunk ein Paar Stimmen vor Ort einzufangen:

Der Bürgermeister: „Ich habe da gesehen, dass die ein Buch ins Feuer geworfen wurde. Ich fand das nicht gut [total spontan] … weil wer Bücher verbrennt, verbrennt später auch Menschen. Das ist Fakt. Ich bin dann ins Haus gegangen.“

Ein junger Maler-Azubi mit Kurzhaarschnitt und Bomberjacke: „Ick find das nicht gut … dass da so ein Wirbel drum gemacht wird.“

Sein Malermeister ergreift das Wort: „Und überhaupt! Im Dritten Reich gabs auch Rechte! Da hat sich auch niemand beschwert!“

MDR-Offstimme: „Aber es gibt auch nachdenkliche Stimmen im Dorf.“

Passant: „Mit den Nazis sollte man das selbe machen, wie der Hitler damals mit den Juden. Ins Lager und so“

Hier gibts weitere Infos zum Thema.

Verpeilt

Zitat des Tages

„Ich habe es für wohltuend empfunden, dass die Bundeskanzlerin gegenüber dem amerikanischen Präsidenten Breschnew Guantanamo kritisiert hat“
Edmund Stoiber

Nicht viel los hier.

Viel zu tun. Zu wenig schlaf. Living for the Weekend.
Aber die Wochenenden lohnen sich. Wenn man die Möglichkeit hat, der versammelten Berliner Bloggerszene (classless, chaze, und wie sie alle heissen) beim hampeln (tanzen) zuzugucken und selber keinen Mangel an alkoholischen Getränken und netten Leuten hat.

Deshalb ein paar nette Veranstaltungstipps für dieses Wochenende:
Freitag – Antifa-Ska/Punk-Konzert in der Garage/Pankowfür die Pankower Antifa
Samstag – ZSK (das letzte Konzert) in Clash/Kreuzberg (danach die grandiosen DJs Nopopnostyle)Soli für Matti
Samstag – Antifa-Soli-Party im Subversivfür NS-Verherrlichung Stoppen! Berlin/Brandenburg
Sehr rocklastig, aber für drei gute Sachen.

Und zum Abschluss das Youtube-Interview der Mattisoligruppe:

Nettes Intro, belangloser Rest

Der Kapitalismus…
ist ja nicht nur in der Lage, jedes menschliche Bedürfnis zu befriedigen, solange die adäquate Geldleistung dafür aufgebracht wird. Manchmal produziert er auch selber Bedürfnisse. Diese müssen natürlich dem potentiellen Käufer erst feilgeboten werden, damit er weiss, was er will. Wahlweise auf einem Jahrmarkt (frei übersetzt: „Vanity Fair“) oder an der Fassade der Berliner Charité.

Ich bin tatsächlich letzte Woche auf der Suche nach der Erstausgabe der „Vanity Fair“ durch alle möglichen Zeitungsläden getingelt. Ohne Erfolg. Dabei hätte mich wirklich der Friedmann-Artikel über Berliner Nazistrukturen interessiert. Als Trost habe ich mir gestern die zweite Ausgabe gekauft. Was soll ich sagen. Weder inhaltlich, textlich noch gestalterisch haut sie mich vom Hocker. Da gibt es deutlich bessere Magazine, die diese Mischung aus Lifestyle, Information & Boulevard bedienen.

Allerding hat mich ein Leserbrief ein wenig schmunzeln lassen. Als hätte er meine etwas holprige Einleitung gelesen, versucht der NPD-Funktionär Alfed Zutt – seines Zeichens Mann von Doris – seine Wut auf diese Zeitung und gleich noch sein Kapitalismus-Verständnis zu artikulieren:
„Ist es nicht so, dass Sie ein Diener bestimmter Volksgruppen sind? Oder wie ist es zu verstehen, dass als Autor der Ehrenmann mit moralischer Vorbildfunktion, Herr Friedmann, seine Hasstiraden gegen uns Nationale im Magazin VANITY FAIR schreiben kann?“
Heul doch!

6 Kuriose oder weniger kuriose Fakten über mich

Es werden grad wieder Stöckchen weitergegeben. Zu sehen unter anderem hier und hier und hier . Ich reih mich da einfach mal ein. Voila:

1) Die schlimmsten Verletzungen haben mir bis jetzt immer Bullen zugefügt (Kieferprellung, Nasenbruch, Beckenprellung). Aber ich will mich nicht beschweren, das beruht ja auf Gegenseitigkeit. Platz 2 belegt mein Bruder (Dartpfeil im Bein und ähnliche Späße).

2) Ich hab ein lexikarisches Musik- und Filmwissen, Zahlen kann ich mir hingegen schlecht merken. Ich kann alle Filme von Tim Burton aufzählen, Beatles-Songs erkenn ich nach den ersten 5 Sekunden, den Geburtstag meiner Freunde vergess ich direkt, nachdem er mir genannt wurde.

3) Ich wurde verhaftet, als ich den Gründungsparteitag der rechten FDP-Abspaltung „Bund Freier Bürger“ verhindern wollte. Der Bund ist inzwischen aufgelöst. Mich gibts immer noch.

4) Meine Sportlerlaufbahn hatte folgende Stationen: Ringen, Fußball, Handball, Schach, Badminton. Während meiner Badminton-Phase war ich mit Abstand am fittesten. Leider haben alle Badmintonspieler total die Macke.

5) Ich kann von einem fahrenden Auto aus jeden Naziaufkleber auch bei voller Fahrt identifizieren. Zum Abkratzen muss ich leider immer noch aussteigen.

6) Ich hatte in meinem Leben zwei Nasenoperationen. Durch keine der beiden ist meine Nase schöner geworden.

Ich geb das mal weiter an Place2be, Krassekatze, Lebenistanderswo und Lilapapierschwein

Stressfaktor

Der Berliner Veranstaltungskalender Stressfaktor ist an sich eine feine Sache für Leute, die in Berlin fernab von kommerziellen Klubs was unternehmen wollen oder ein bisschen inhaltliches Input brauchen. Ich gucke äusserst selten in den Stressfaktor. Wenn eine gute Party oder Veranstaltung in der Stadt ist, dann kriegt man das schon mit. Der einzige Grund, das Ding einmal im Monat durchzublättern ist, dass da jeden Monat ein Berliner Nazi vorgestellt wird, und das ist meist sehr unterhaltsam.
Ansonsten hat man beim „Stressi“ immer ein wenig den Eindruck, als wären die MacherInnen irgendwann zwischen 1985 und 1995 stehengeblieben. Einen kleinen Beweis dafür haben sie im just im Februar-Stressi geliefert. Unter der Frage „What does it take to reunite the Beatles?“ sind drei Kugeln mit den Namen „Paul“, „George“ und „Ringo“ abgebildet.
Na? Wer bemerkt den Fehler?

Kein Internet zuhause, ick komm um!!!

Deshalb kein Beitrag sondern nur ein wärmstens empfohlener Linktipp: