4 Zitate (3 strange und 1 nettes)

„Personen denen eigene Aussprüche zum Verhängnis wurden:
Martin Homann / Günter Öttinger / Julius Cäsar“

B.Z. vom Samstag

„Der Kabarettist Jürgen Becker brachte es auf den Punkt, als er sagte, es gäbe drei Richtungen des Islam, die glauben, den wahren Glauben gepachtet zu haben: Sunniten, Schiiten und Peter Scholl-Latour“

Jungle World vom Mittwoch

„Ich will dich einschlafen sehen / und dich aufstehen sehen /
der Teil dazwischen ist ab 18 / und ihr kennt das Geschehen“

Monkey Mob (gehört auf einem Hiphop-Konzert am Wochenende)

„Dass die Orks die Bösen sind, bekräftigt einmal mehr den Verdacht, insbesondere ‚Der Herr der Ringe‘ sei nur die gefällige Bebilderung der reaktionären, antimodernen Rückprojektion, die die modernen, industriellen Aspekte des Faschismus abspaltet und auf den Feind projeziert, während gleichzeitig das Bündnis von Natur und autoritärem politischem System als rettende Kraft inszeniert wird.“
Phase 2/23 (sehr lesenswerter Artikel. Nicht so nerdig geschrieben, wie man bei dem Thema denken könnte)


3 Antworten auf „4 Zitate (3 strange und 1 nettes)“


  1. 1 ObiWan 19. April 2007 um 22:57 Uhr

    Also

    1. Du liest die B.Z.????
    Wohl auch ein alter Fan von Georg Gafron was?

    2. Der „Herr der Ringe“ Analysator ignoriert irgendwie fleissig Tolkiens Vorwort zum Werk indem dieser so dermaßen dringlich (fast schon wütend) bittet davon Abstand zu nehmen sein Werk in irgendeinen Kontext zu bringen, das mir Tolkien jetzt richtig leid tut…denn niemand scheint sich darum zu scheren. Also noch mal: Nein, die Orks sind weder Russen noch Nazis. einfach nur unappetitliche Burschen. Fertich! Und egal wie lesenswert der Artikel auch sein mag (Hätte gern den Link), durch dieses Zitat wird er definitiv entwertet. So!

  2. 2 Jakob 20. April 2007 um 20:42 Uhr

    Nu muss ich aber als der zu Tolkien zitierte Einspruch erheben: der Konjunktiv „sei“ ist das entscheidende Wörtchen im obigen Zitat, und tatsächlich beschäftigte ich mich in der ersten Hälfte des Artikels hauptsächlich damit, zu argumentieren, warum diese Sichtweise zwar nicht ganz von der Hand zu weisen ist, aber eigentlich völlig an der Sache vorbeigeht – ich denke mal, ganz in deinem Sinne, Obi-Wan.
    Wenn’s den Artikel schon online gäbe, würde ich jetzt einen entsprechenden Link geben, so kann ich zur Untermauerung leider nur auf die Druckausgabe der Phase 2_23 verweisen und darauf, dass der Artikel etwa ab Juni auf www.phase-zwei.org einzusehen sein müsste.

    Liebe Bauhaustapete, danke für die lobende Erwähnung, aber die Zusatzerklärung war glaube ich nötig!

  3. 3 Jakob 20. April 2007 um 20:57 Uhr

    Ok, wenn ich’s mir überlege kann ich auch gleich die auf das Zitat folgenden Sätze zur klärenden Klarifizierung nachschieben:

    „Die Deutung erscheint durchaus naheliegend, zieht man noch dazu Tolkiens unrühmlichen Ausspruch hinzu, Hitler habe »den großen nordischen Geist verdorben«. Setzt die High Fantasy also einfach den »guten«, ökologischen Faschismus gegen den »bösen«, panzermaschinenausspuckenden? Bewegen wir uns, bei aller Ambivalenz, hier noch immer im Zeichensystem faschistischer Ideologie?
    Tolkiens Buch zumindest geht in seinem Gesamtbogen über diese falsche Dualität hinaus und schneidet die Frage an, was das Aufeinandertreffen mythischen Denkens und kleinbürgerlicher Gesellschaftsordnung bedeutet. Damit kommt er schließlich auch zu der Frage, wie die Moderne den Faschismus hervorbringen konnte, welcher Abgrund sich in der romantischen Rückprojektion von Natur und Mythos auftut.“

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