Archiv für April 2007

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Tag 2 (Samstag):
Der Samstag war für die Touri-Seightseeing-Tour vorgesehen. Also Kloster, Burg, Museen, Kirchen, Rathaus. Alles dabei. Nicht zu vergessen die berühmte John Lennon Mauer. Also genug Möglichkeit für jede Menge Fotos.

Am meisten angetan haben es mir dabei die Straßenmusiker und versteckte Details. Wenn ich mich da ein bisschen reingearbeitet habe, gibts vielleicht noch ein Video einer coolen Country-Combo auf der Karlsbrücke.

Eindeutiger Höhepunkt war der Besuch des „Museum of Communism“. Das war so lausig, dass man garnicht aus dem Staunen rauskam. Die Texte hätte Hubertus Knabe nicht schlechter schreiben können. Die Bilder schwankten irgendwo zwischen Ostalgie und Dokumentation. Der Aufgabe, die russische Intervention im „Prager Frühling“ zu dokumentieren und einzuordnen tut diese Ausstellung keinen Gefallen.

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Tag 1 (Freitag):
Richtig früh aufgestanden und um 6:42 den Zug Richtung Tchechien genommen, waren wir schon Mittags in Prag. Nach einer kleinen Irrfahrt durch die Stadt fanden wir unser YouthHostel in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Prag. Das Essen der nahegelegenen Mensa ließ uns in den folgenden Tagen auf McD und Stulleschmieren zurückgreifen. Das YouthHostel war wie YouthHostels nun mal sind: Voller lauter überdrehter Jugendlicher, die gerne mal mit Feuerlöschern oder ihren Exkrementen rumspielen (Jungswaschräume, brrr), aber der nahegelegene Park und der Stadtblick waren super.

Bevor wir uns einen Plan für die nächsten Tage gemacht haben, sind wir am Freitag erstmal querfeldein durch die Stadt gelaufen. Dabei haben wir schon die Karlsbrücke und die Rathausuhr besichtigt. Die Warnung einer Freundin, dass Prag zu Ostern heillos mit Touristen überfüllt ist, kann an dieser Stelle bestätigt werden.

P.S.:
Auf Reclaimyourcity.net gibts übrigens grad ein Prag-Special: watch

Nachtrag Heinersdorf

Zu der Veranstaltung im JUP gabs am Dienstag ein Radiofeature beim Deutschlandradio Kultur. (Durch die Abspielfunktion von Blogsport sind die Stimmen alle etwas verzerrt.) Voila:

Eskalation, Halbmond, Urlaub

So, meine politische Woche ist heute beendet. Zwei interessante Veranstaltungen liegen hinter mir:

Am Montag im JUP referierte die EAG zum Konflikt um die Moschee in Heinersdorf. Zur Überraschung aller war auch der Imam der Ahmadiyya als Gast auf der Veranstaltung. So geriet das eigentliche Thema – die Perspektiven einer zukünftigen Gegenwehr gegen die rassistische Mobilisierung – etwas in den Hintergrund und wich einer Diskussion über Religion. Das war natürlich nicht weniger spannend, vor allem wenn man die Leute mal selber fragen kann.

Am Mittwoch war ich in der Humboldt-Universität, um mir eine Veranstaltung unter dem Motto „Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina“ anzugucken. Es referierte der Autor des gleichnamigen Buches Martin Cüppers. Der zeichnete sehr anschaulich den deutschen Afrika-Feldzug und die Aktivitäten von Amin el-Husseini nach. Manches kannte man schon aus Küntzel-Publikationen anderes war mir neu. Leider war die anschließende Diskussion viel zu kurz.

Am Freitag mach ich mich auf nach Prag und mach ein paar Tage Urlaub.
Der Blog wird also ein paar Tage nicht aktualisiert werden.

Hubertus Knabe

Hubertus Knabe, seines Zeichens Chef der Hohenschönhausener „Gedenkstätte“ im ehemaligen Stasiknast ist kein wirklich sympatischer Zeitgenosse. Seine Gedenkstätte, durch die täglich Buskolonnen von Schülern und Schülerinnen gejagt werden, ist nicht für besondere Objektivität bekannt. Die Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Realsozialismus, und damit einhergehend die Verhamlosung des antisemitischen Vernichtungswahns, die sich Knabe auf die Fahnen geschrieben hat, findet in der „Gedenkstätte“ ihre praktische Umsetzung. Im Jahr 2005 wurde dort eine eine Ausstellung mit dem Namen „Mut und Zivilcourage in Deutschland 1933 – 1989“ gezeigt, in der kommunistische Untergrundkämpfer im NS neben der Fraktion der ostdeutschen CDU, die gegen Wahlfälschungen in den 50er Jahren in der DDR protestierte ausgestellt wurden (hier ein kleiner Bericht).
Knabe verbreitet seine Meinung aber nicht nur in seiner „Gedenkstätte“, sondern schmeißt alle zwei, drei Jahre ein Buch auf den Markt. In seiner neuesten Publikation „Die Täter sind unter uns“ (Es sind nicht die Schlächter des NS gemeint) fordert er zudem neben dem Verbot von Symbolen der Nazi-Diktatur auch das Verbot von Symbolen der kommunistischen Gewaltherrschaft.
Nicht nur dass dann wahrscheinlich mein Glücksbärchi konfisziert werden würde, auch die Bekleidungskette „New Yorker“ könnte schließen, wenn es wirklich nach Knabe ginge und auch der rote Stern verboten werden würde, wie es unter anderem in den Baltischen Ländern schon praktiziert wird.

P.S.: Der Umgang Knabes mit seinen GegnerInnen und KritikerInnen ist übrigens mustergültig: Eine Mischung aus verklagen, in der Presse verleumden und sich selbst als Opfer darstellen. Damit ist er bis jetzt immer durchgekommen. Und es sieht danach aus, als würde das noch eine Weile so bleiben.