Archiv für Juni 2007

Netter Rap-Part

Stereo Total – Hunger:

(eine meiner Lieblingsbands mit einem Song, der ein bisschen vom Wetter ablenkt)

Organisierte Klugscheisserei

Ich bin gestern mit ein paar Freunden „back in the platt“ in Hohenschönhausen gewesen. „Fritz Kneipenquiz“ war angekündigt und tatsächlich war der sonst menschenleere Biergarten „Oranke am See“ (grandiose Webpräsenz) prall gefüllt. Unser Team „Endstation Hohenschönhausen“ hat erwartungsgemäß schlecht abgeschitten (wir konnten grandiose 28 von 80 Fragen beantworten).
Auch ich konnte nur bei Nerd-Musikfragen punkten. Bei der Frage „Wie ist der Name des DJs der Beastie Boys?“ war ich scheinbar der einzige, der das wusste. Auch bei den Fragen „Mit welcher Single schaffte Rihanna in den USA ihren ersten Nummer 1 Hit?“, „Welche Sängerin tritt demnächst zum ersten Mal in ihrer langjährigen Musikkarriere in Deutschland auf?“ und „Welches irisch amerikanische 80er-jahre Duo benannte sich nach einem Song von ‚The Smith‘?“ sorgte ich für Punkte. Bei der Frage „Welche kalifornische Hiphop-Formation benannte sich nach einem Märchen von Hans Christian Andersen?“ hatte ich eine kurze Schwäche, obwohl hier eine CD von denen rumliegt :(

Weitere Fragen waren:
-Die Ritterschlagung welches Schriftstellers führt im nahen Osten zu Protesten?
-Wie ist das Durchschnittsalter der Zuschauer der „Sendung mit der Maus“? 19 -29 – 39 -49
-Was ist das Wappentier Östereichs?
-Welche zwei Bundesländer liegen am Jadebusen?
-Bei welcher Fußballmannschaft hat David Beckham zuletzt einen Vertrag unterschrieben?
-Wie hieß der Schauspieler, der den Melittamann verkörperte?
-Wie heisst ein Nordfranzösischer Gebirgswind?
-Wer war der letzte Gast von Sabine Christiansen?
-In welchem Land finden jährlich Solarautorennen statt?
-In welcher Brandenburgischen Stadt fand jüngst ein internationales Reitturnier statt?
-Die Fränkische Alp ist Teil wievieler Länder?
-Welcher naturwissenschaftliche Begriff über den Zustand der Dinge geht auf Johann Wolfgang Goethe zurück?
-Was hält der Alder im östereichischen Wappen in seinen beiden Krallen?
-In welchem Land ist der Hennegau?
-Wie ist der aktulle Claim des Radiosenders Paradiso?
-Wieviel kostet derzeit ein Lottoschein ohne Extras?
-Welche zwei europäischen Länder führen demnächst den Euro ein?
-Wie sind die Namen der 5 bisherigen Spaceshuttles?
-Welches ist die einzige deutsche Band, die bei dem IPod-Konzert auftritt?
-Wie heisst die ZDF-Vorabendserie, die von einer Atlantiküberquerung handelt?
-Wie lautet der Lateinische Begriff für genesen?
-Wie ist gerade der Punktestand im derzeitigen Finale der Segelmeisterschaften nach dem vierten Rennen?
-Welcher Moderator moderiert gerade die Abendschau?
-In welchem Land ist Salman Rushdie geboren?
-Welches europäische Land ist neben dem Vatikan nicht Mitglied im Europarat?
-In welcher Sportart geben sich die Teams Namen, wie z.B. „All blacks“?
-Welche zwei Berliner Bands treten demnächst zum ersten Mal zusammen bei einem Festival in Bremen auf?
-Welche drei Bezirke grenzten bis zur Bezirksvereinigung an dem damaligen Bezirk Hohenschönhausen?
-Was gab es zuerst? -Helmpflicht für Motoradfahrer – Gurtpflicht für Autofahrer – das erste Album der SexPistols
-Quakenbrück ist derzeit auf Platz 2 im deutschen Basketball. Gibt es in den lustigen Taschenbüchern eine Nachbarstadt von Entenhausen die auch Quakenbrück heisst?
-Welcher russische Autor schrift „Der Idiot“?
-Was war der Autor des Buches „Berlin Alexanderplatz“ Gerhard Hauptmann ursprünglich von Beruf?
-In welchen Bezirk ist der Sänger Marc Medlock gerade gezogen?
-Ist auf dem Personalausweis die Augenfrage gefragt?
-Vor 10 Jahren erschien das erste Harry Potter Buch. Wie war die Erstauflage des Buches? 500 – 1500 – 5000 – 15000
-Wie oft war Bamberg bis jetzt detuscher Basketballmeister?
-In welcher europäischen Stadt fanden gerade die Leichtatletikmeisterschaften statt?
-Wem wird das Zitat, dass man im Münchner Bürgerbräukeller die Klassenunterschiede vergessen könne zugeordnet? Der Freundin von Lenin – Sepp Mayer – Der Frau von Stoiber
-Welche Körperteile waren auf den drei Büchern von Tommy Jaud?

Pli Pla Plötzensee

Entgegen aller Warnungen war ich vorgestern baden. Im Plötzensee. Das Wasser war so grün wie immer, aber angenehm warm und das Surrounding ist natürlich sehr ansprechend dort. (Wenn ich also in den nächsten Tagen einen juckenden Ausschlag am ganzen Körper bekomme, dann weiss ich wenigstens woher.)
Der Höhepunkt des Badeausflugs war, dass ich gefragt wurde, ob ich der Vater meiner beiden Begleiterinnen wäre. Ich glaub ich muss an meinem Äusseren arbeiten, Haare färben oder so …

Musiktip: Bertz Rache – Plötzensee

Alte Beissreflexe

Es hätte mich wirklich gewundert, wenn er anders reagiert hätte. Es reicht immer noch ein scheinbar harmloses Wort, und der gute Edward E. Nigma nutzt die Gelegenheit, eine ellenlanges Pamphlet zu verfassen, in dem er sich seinen ganzen Frust von der Seele schreiben kann. Edward greift dafür besonders tief in die Phrasenkiste, gleich im ersten Satz: „Löcher sind meisten tief.“ Aaaha.

Bauhaustapete „der Dorfdepp aus Hohenschönhausen“ (Kennt man ja: Distinktion gewinnt man am besten, indem man sich von den Idioten aus dem Nachbardorf – die mit den kleineren Kartoffeln – abgrenzt.) hat viel zu spät mit Streetart angefangen (aha) und dann noch später „wie eine Tagedieb bei Nacht“ (diese Wortgewalt) mit Bloggen (soso). Ich weiss, ich war etwas spät dran, damals am 1.März 2005 – ganze 26 Tage nach Edwards erstem Blog-Eintrag. Asche auf mein Haupt.

Dass das bis jetzt als Beleidigung noch etwas schmal war, ist wahrscheinlich auch Edward aufgefallen, deswegen kommen noch ein paar Grüße hinterher: „verbreitete Unart deutscher Landsknechte“, „linke Lakaien deutscher Moral“, „linksradikalen Spaßbremsen“, „Hippies und Ökos“, „reaktionären Welterrettungsideologie“. Alles schon bekannt und von dem mehrfach gescheiterten Bahamas-Bewerber zur Genüge oft gehört. Da wird Blogsport zum monolithischen Block mit Tim Laumeyer als Pressesprecher und Negri-Autogrammkarte an der Wand. Ok, das mit dem Laumeyer nimmste zurück, sonst gibts Ärger.

Zum Schluss noch einmal Edward:
„Es gibt für die Tapete nunmal nur einen Feind, der weder über Wasserwerfer, noch über publizitische Flaggschiffe oder genügend zu mobilisierender Autorität besitzt, nämlich uns….“ Ja, gut das mit dem Selbstvertrauen war ja noch nie dein Problem. Dafür das mit den zusammenhängenden Sätzen. Ist aber verständlich, wenn jemand, der seinen Blog „böse“ nennt, so erzürnt darüber ist, dass er „unsympatisch“ genannt wird.

Alles Gute weiterhin
deine Tapete

G8-Analogien

Die „BZ“ titelte vor zwei Tagen mit zwei Bildern der Riots vom letzten Wochenende und der Schlagzeile „Wie im Krieg“. Untertitelt waren die Bilder mit „Die Fotos erinnern an den Krieg in Libanon: Chaoten werfen in Rostock und Umgebung Steine und Flaschen gegen Polizisten.“

Ganz ehrlich. Ich hab ja schon alle möglichen Analogien zu Rostock gehabt, Kreuzberg, Gorleben … egal, aber auf Libanon bin ich nicht gekommen. Und wenn man das weiterdenkt was bedeutet das? Dass die Randalierer, wie Israelische Kampfjets und Panzer, die unschuldige Rostocker Innenenstadt plattmachen, die Zivibevölkerung und Sicherheitskräfte dem Treiben nur hilflos zusehen können?
Oder schwingt in dieser Gleichung womöglich eine heimliche Sympathie mit, dass die Autonomen chirurgisch präzise ihre Ziele (Banken, Bullenwannen, Bonzenkarren) angegriffen hätten, wie damals Israel die Hizbollah und die Zivilbevölkerung geschohnt hätten? Eher nicht.
Wahrscheinlich hat sich der Redakteur nur das berühmte Bild aus dem Libanonkrieg erinnert. Und genau wie ein abgebranntes Auto und ein gebrochener Bullenarm in Rostock zu einem Kriegzustand hochgelogen werden, war auch damals ein etwas trottliger Bildredakteur etwas zu sensationssüchtig.

Die sympatischste Analogie zum G8 ist aber diese: [klick]

Zurück aufs Dorf

Durch Zufall bin ich heute auf einer Veranstaltung mit folgendem Titel gelandet: „Tolerante Demokraten – intolerante Islamisten? Wer kapituliert vor wem?“
Referenten waren Peter Kurth von der Pankower CDU, Volker Ratzmann von den Berliner Grünen und Henryk M. Broder. Und wie hätte es anders sein können, am Einlass grinste mich der selbe Unsympath an, wie schon bei meiner ersten Broder-Veranstaltung. Das aber nur am Rande.

Die Veranstaltung war dann auch erwartungsgemäß grässlich. Broder durfte sich für seine Meinung zum Islam von der IPAHB feiern lassen. Selbst ihm wurde das Ressentiment des Publikums an manchen Stellen zu viel, so dass er gegensteuerte: „Die hier aufgemachte Trennung von Migranten und Deutschen ist absolut vermessen. Jeder von uns hat migrantische Wurzeln. Deutsch, was soll das überhaupt sein? Jemand, der nachweisen kann, dass er einen Schäferhund in seinem Stammbaum hat?“
Erwartungsgemäß brachte er Anektoten wie den Schweinefleischartikel der Ahmadiyya oder den Karikaturenstreit und stieß damit auf volle Zustimmung. Nur seine Position zur Moschee war dem Publikum dann doch zu uneindeutig. Grundsätzlich wäre er dafür, dass jeder der nach Deutschland komme hier auch seine Religion ausüben könne. Das kommt nicht gut an bei den Heinersdorfern.
Die Redner der CDU und der Grünen machten eher den Eindruck, als würden sie zu Sondierungsgesprächen eingeladen werden. Sie loteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus. Und die Gemeinsamkeiten überwiegten. Im Prinzip wolle man nur Einwanderer die Deutschland nützen, im Prinzip müssten sich Migranten deutlich besser integrieren.
Peter Kurth fischte dann noch bei der anwesenden Zuhörerschaft mit markigen Sprüchen. Migranten wurden bei ihm zu „Gästen“, für straffällige migrantische Jugendliche gäbe es nur eins: die Abschiebung. Ratzmann konnte dem nicht viel entgegensetzen. Als er bei einer Aufzählung der Antimoscheeproteste den Brandanschlag auf die Moschee erwähnte, schlug ihm die geballte Wut der Anwesenden Heinersdorfer entgegen, die selben Leute die geschwiegen hatten als der ehemalige Vorsitzende der Pankower CDU René Stadtkewitz in einem Satz den ungeklärten Anschlag auf sein Haus mit den antifaschistischen Protesten verband. Mein Lieblingszitat von Kurth an diesem Abend: „Es gibt drei Städte, in denen unser Modell von Integration erfolgreich umgesetzt wird: CDU, Frankfurt und Köln.“

Das Publikum in seiner Zusammensetzung sorgte auch für einige Lacher meinerseits. So wurde die Frage, wie man denn weitere Zuwanderung dulden könne, wenn es doch vier Millionen deutsche Arbeitslose gäbe von meiner Begleiterin mit dem Ruf: „Klappe, ihr bekackten Deutschen“ bedacht. Der Burschi zu meiner Rechten, der kurz davor einen Kontaktversuch mit mir gemacht hatte, rückte danach etwas von uns weg.
Ein weiterer Mann im Publikum leitete seinen Wortbeitrag mit den Worten ein: „Auch ich bin Migrant. Ich bin gerade dabei die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Ich komme nämlich aus einem Land, in dem vor kurzem die Demokratie abgeschafft wurde. Ich bin Amerikaner.“
Ein kleiner dicker Mann ohne Hals sprach die ganze Zeit davon, dass er „so einen Hals“ kriege, wenn er an die Politiker in Pankow denke.
Broder sagte irgendwann garnichts mehr, nur noch am Schluss dass er sich freue, vielleicht Wegbereiter einer schwarz-grünen Koalition in Berlin gewesen zu sein, gab noch ein paar Autogramme, aber da waren wir auch schon auf dem Nachhauseweg.
Soviel Dorfmief in Prenzlauer Berg war selten.

Fotos (evtl. Videos) folgen.

G8-Zitate 2

Liebes Afrika,
es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die ersten Menschen Afrikaner waren, folglich Afrika das Paradies und Adam und Eva schwarz. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Menschengeschlechts betrug im Schnitt 400 Meter pro Jahr – das alles geschah vor 40000 Jahren.
Gar nicht so lange her, wenn man bedenkt, dass unser Planet 5 Milliarden Jahre alt ist. Ich bin, wenn die Wissenschaftler recht haben, gemischten Blutes. Ich bin ein Halb-Weißer und ein Halb-Schwarzer.

as spüre ich von meiner Urheimat? In meiner Heimatstadt Berlin sind Afrikaner Tellerwäscher, Taxifahrer, und im Berlin-Marathon gewinnen sie immer. „Wissen Sie“, sagte mir ein Offizieller, „warum die Afrikaner so schnell laufen?“ Ich: „Keine Ahnung.“ Er: „Sie laufen von Kindesbeinen an so schnell, weil der Letzte nach der Schule kein Mittagessen kriegt.“ Das war natürlich nur ein Witz – und die Schwarzen in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern konnten so schnell laufen wie sie wollten, die Neonazis holten sie ein.

Wenn ich an Afrika denke, dann denke ich auch an Brandenburg. Viele schöne Menschen Afrikas sind Nutten und Kellner geworden.
Natürlich gibt es Stars wie Kofi Annan und Naomi Campbell in Vogue. Aber der Rest Afrikas verhungert. Kein Regen, nichts blüht mehr. Die Geier sitzen auf den toten Ästen. Was da stirbt, ist unsere Heimat, unser Paradies.

Herzlichst
Ihr F. J. Wagner

Gefunden in der „Bob Geldorf-BILD“ für Afrika.
Auch Claudia Schiffer steuerte einen Kommentar bei:

Afrikanische Models sind einfach wunderbar

G8-Zitate

Spiegel Online: Sie haben diese Demonstration nun über eineinhalb Jahre mühsam vorbereitet. Haben die Randale sie um den Lohn Ihrer Arbeit gebracht?
Monty Schädel: Wir wollten, dass von Rostock diesmal andere Bilder ausgehen als jene Bilder, die die Pogrome von 1992 hervorbrachten. Dieses Ziel haben wir verfehlt. Das haben wir nicht geschafft. Das wurde uns von einigen kaputt gemacht.“

„Ich finde es nicht gut dass immer nur über die Armen in Afrika geredet wird. Hier in Deutschland leben genauso viele Arme, wie in Afrika.“ (Anwohner bei Spiegel TV)

Nein, nein, das kann kein Kommunismus sein!

Mein Blog wird vom „Great Firewall of China“ geblockt. Kein Chinese kann ihn lesen. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich wird so gut wie alles geblockt, was für die Bevölkerung annähernd interessant sein könnte (wobei ich das nicht zwingend von meinem Blog behaupten würde). Und vor allem alles, was im entferntesten mit Politik zu tun hat.
Alles? Nicht ganz: www.antifa.de ist so ziemlich die einzige Seite, die probiert habe, die man in China aufrufen darf. Das hat mich das zu einem Gedicht inspiriert:

Die Blogfirewallisierung

Als das Regime befahl, Blogs mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu firewallen, und allenthalben
Provider gezwungen wurden, Server mit Blogs
Zu den firewalls zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Blogger, einer der besten, die Liste der
Gefirewallten studierend, entsetzt, daß sein
Blog vergessen war. Er eilte zum Desktop
Zornbeflügelt, und schrieb eine Mail an die Machthaber.
Firewallt mich! Tippte er mit fliegendem Finger, firewallt
mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet auf meinem Blog? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch,
Firewallt mich!

Selber probieren:
www.greatfirewallofchina.org