Archiv für Juli 2007

Filmhauptstadt Berlin

Gestern bei einem Spaziergang durch das nächtliche Berlin bin ich durch zwei Filmsets durchgelaufen.
Das erste am Fotomat in der Castingallee hatte ungefähr folgende Story:

Ein sichtlich angetrunkenes Päarchen rennt in den Fotomat, macht Fotos. Sie rennt raus. Er lallt: „Ey, wasn mit den Fotos?“ Sie zeigt ihm den Stinkefinger und rennt weg.

Das ganze hatte den Nachteil, dass wir den sächselnden Aufnahmeleiter überreden mussten, um wenigstens in einer Drehpause selber unsere Fotos machen zu können. Das hat auch nur geklappt, weil wir unkommentiert seinen Kommentar über uns ergehen lassen haben: „Hier, ich hab auch ne Kamera. Ich mach einfach ein Foto und ihr gebt mir eure Telefonnummer und ich schick euch das dann…“

Der zweite Dreh war dann Schönhauser Allee Ecke Stargarder Straße. Hier war sogar Filmprominenz mit dabei: Andrea Sawatzki und Jana Pallaske. Die Story war auch nicht spannender.

Die beiden rennen auf die Kreuzung und besprühen totaaal wild einen Range Rover.

Die Drehs dauerten immer circa 2 Minuten, die Drehpausen fünfmal so lang. In dieser Zeit waren immer drei Leute damit beschäftigt, das Auto wieder sauberzuschrubben.
Ich hab da mal ein paar Fotos gemacht.

Lenin auf RTL

Vorhin, als ich aufgewacht bin, habe ich – zum Wachwerden – den Fernseher angemacht und bin bei RTL, genauer bei der Show „Mein Baby“ hängengeblieben. Warum? Weil der Mann, der dort mit seiner Partnerin saß niemand geringeres als Wladimir Iljitsch Lenin war. Dachte ich zumindest schlaftrunkend.

Zum Beweis hab ich ein paar Fotos gemacht:

50 Lieblingsplatten

Eine Auswahl von Alben, die in meinem Zimmer rumliegen. Bei vielen ist es schon eine Weile her, dass ich sie das letzte Mal gehört hab. Viele davon haben mich in unterschiedlichen Lebensabschnitten begleitet. Manche sind mir inzwischen etwas peinlich. Andere höre ich immer noch regelmäßig. Es lässt sich auch keine klare musikalische Linie feststellen (wäre vielleicht auch langweilig). Bei Gelegenheit mach ich die 100 mal voll. Voila:





Für alle zum runterkommen

Seit Ewigkeiten eins meiner Lieblingslieder. Und ein sehr sphärisches Video dazu.

Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muß, Luxus und Ruhm und rulen bis zu Schluss

Gestern nacht, so gegen 2 Uhr, wurde ich Zeuge einer denkwürdigen Begegnung.
Auf meinem Weg durch das nächtliche Friedrichshain begegnete mir Kool Savas, seines Zeichens wahrscheinlich der begabteste deutsche Rapper, was natürlich nicht davor schützt, einen Haufen Scheiße im Kopf zu haben. Er stand mit zwei Homies (die peinlicherweise vollständig in „Optik Army“-Merchendize rumliefen) am Frankfurter Tor und versuchten einen Fuchs, der oben auf den Stufen stand anzulocken. Als dieser dann wirklich Anstalten machte, in Richtung Savas zu laufen, gab dieser einen kurzen Schrei von sich und versteckte sich hinter seinen Jungs.

Jede Nacht, jeden Tag auf der Jagd, denn das Rudel tollt, wenn der Rubel rollt!

Pampa in Berlin

Meine Vorliebe für abgelegene Gegenden von Berlin dürfte bekannt sein. Spätestens nach meinen Ausflügen ins Berliner Umland (hier und hier) und in Randbezirke (hier, die Fotos vom Obersee in Hohenschönhausen sind leider nichts geworden :( ).

Deshalb an dieser Stelle noch ein paar nette Fotos aus ähnlich abgelegenen Gegenden:

Gestern war ich in einer Straße, die alle zehn Meter anders roch: Zehn Meter Tabak, zehn Meter Gewürze, zehn Meter Kaffee. Ich war zugegeben etwas orientierungslos und fragte einen älteren Herren in Trainingshose nach dem Weg.
Seine Antwort war: „Nee, kenn nur hier mein Zuhause und den Plus, der ist hier die Straße rauf.“

Antifaschistische Gedenktafeln in Berlin geschändet

In Berlin gibts eine Sprayer-Crew namens DKM. Man findet an vielen Ecken im Kiez Rooftops, Tags und Bombings von ihnen. Die sind meist nicht hübsch aber zahlreich. Sie verstehen sich selbst als Linke. Denke ich. Zumindest waren sie scheinbar an der Herstellung mehrerer politischer Bombings beteiligt.

Das ist gut, zeigt es zumindest, dass die Jungs von DKM zumindest zeitweise politisch denken und handeln. Was sie allerdings bei der folgenden Aktion geritten hat, erschließt sich mir nicht ganz. Die Tafeln, die in Gedenken an die Befreiung durch die Sowjetarmee an der Schönhauser Brücke angebracht wurden, sind derzeit nur schwer unter einem flüchtigen DKM-Bombing zu erkennen. Ich glaub ich besorg mir mal so ein Chemie-Reinigungsgerät. Shame on you DKM!