Archiv für November 2007

Phase Zwei

Man könnte denken, es gäbe einen Mehr-Jahres-Plan der Berliner Szene. War das letzte Jahr geprägt von öffentlichkeitswirksamen Open-Air-Festivals, wird der geneigte Sympathisant dieses Jahr in diesem Jahr mit Konferenzen vollgeballert.
In dem Sinne war das letzte Jahr die Phase, um subkulturelle und anpolitisierte Jugendliche erstmal grundsätzlich anzusprechen. Das geht natürlich am besten durch die Verknüpfung von Musik und Politik, das ist nicht erst seit der NPD-„Schulhof“-CD oder der Lonsdale-„Laut gegen rechte Gewalt“-Tour bekannt. So fanden in Berlin in fast jedem Stadtbezirk ein „Rock für Links“ oder anders genanntes Festival statt. Das Größte, meines Wissens in Lichtenberg: „Beatz against Fascism“.

Das aktuelle Jahr ist sozusagen die zweite Phase: Die interessierten Jugendlichen einbinden, vernetzen und weiter politisieren. Das macht man mit Workshops, Infoveranstaltungen und anderen niedrigschwelligen Mitmachangeboten – komprimiert als Konferenz bezeichnet.

Nachdem in der letzten Woche schon die bundesweite Jugend-Antifakongress stattgefunden hatte (in der Woche davor eine nicht weiter erwähnenswerte Rechtsextemismus-Jugend-Konfererenz des Berliner Verfassungsschutzes – ja, auch die wollen junge Leute integrieren) stehen jetzt noch mindestens zwei weitere Konferenzen an:

Lichtenberger Konferenz „Jugend aktiv gegen rechts“
http://www.jugendkonferenz.de.tc/

„Ums ganze“ Kongress in Frankfurt/Main
http://ugkongress.blogsport.de/

Ich bin gespannt auf Phase 3 im nächsten Jahr.

Ich liebe diesen sächsischen Humor

Beispiel 1:
„Dresden: NPD-Büro schäumt über“
http://de.indymedia.org/2007/11/200767.shtml?c=on#c467549

Beispiel 2:
„high tide… the flood of dresden“
http://de.indymedia.org/2006/03/142840.shtml

Hat noch irgendjemand diesen Hochwasser-Löschwasser-Aufkleber?

Prenzlauer Berg

1) Der Betreiber des Asia-Ladens, bei dem ich früher immer Tofu, Nudeln und Snacks kaufte, hat vor einiger Zeit bei „Wer wird Millionär“ einen fünfstelligen Betrag gewonnen. Kurz danach hat er sein Geschäft geschlossen. Zum Glück gibts in der Gegend an jeder zweiten Ecke asiatische Geschäfte.

2) Dem schwäbischen Fahrkarten-Schnorrer vom Bahnhof ist vor einem halben Jahr ein Motoradfahrer über beide Beine gefahren. Er hat die Fleischwunden eine zeitlang mit Verbänden und Jod kuriert, so erzählte er mir. Dann war er vielleicht einen, zwei Monate nicht zu sehen. Jetzt ist er wieder da, im Rollstuhl.

3) Im Oxfam-Shop im Kiez hat morgen die britische Band Mattafix einen Auftritt. Der Auftritt hat die Krisenregion Darfur zum Thema. Mehr unter: http://www.oxfam.de/a_431_einzeltermin.asp?id=78

Silvio Meier



www.silviomeier.tk

Hoch die Tassen

Haftbefehl gegen Matti aufgehoben

Am heutigen zweiten Prozesstag hat das Amtsgericht Tiergarten den bisher nur außer Vollzug gesetzten Haftbefehl gegen den Berliner Antifaschisten Matthas Z. auf Antrag der Verteidigung aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft schloss sich dem Antrag der Verteidigung an, da auch nach ihrer Auffassung kein hinreichender Tatverdacht bezüglich des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung mehr besteht.

Zu Beginn des Verhandlungstages legte die Verteidigung in einem Antrag dar, dass die Belastungszeugen bereits in einem anderen Verfahren willkürlich sechs AntifaschistInnen schwerer Straftaten beschuldigt hatten. Die vernehmenden Beamten sahen in diesem Verfahren keine Veranlassung, den unglaubwürdigen Belastungen der Zeugen Glauben zu schenken und ein Verfahren aufgrund eines hinreichenden Anfangsverdachts einer möglichen Täterschaft einzuleiten. Es waren jedoch dieselben Beamten, die wenige Minuten später den zweifelhaften Aussagen der beiden Belastungszeugen gegen Matthias Z. Glauben schenkten und sich nicht scheuten, allein aufgrund eines Fotos aus einer „Anti-Antifa-Kartei“ ein Verfahren gegen Matthias Z. wegen versuchten Totschlags zu eröffnen.

[weiterlesen] (Indymedia)

Videos ohne Schnitt

Dass schnelle Schnitte und rasante Kamerafahrten in Musikvideos überbewertet sind, und auch eine einfallsreiche Choreo ein gutes Video ausmachen kann, war hier schonThema. „Feist“ hat dafür ein weiteres gutes Beispiel geliefert:

Ein weiteres tolles Video ohne Schnitt gibts bei zahai und gehwegplatte .

Ohne Worte

Pfeiffersches Drüsenfieber

Ich hab vorgestern durch Zufall einen Laden gefunden, in dem diese Kuscheltiere verkauft werden. Irgendwo Dunckerstraße Ecke Stargarder im Prenzlauer Berg. Falls also irgendwer mir eine Freude machen will, hätte ich gern eins meiner Lieblingskrankheit.

Danke.

Fundstücke aus Berlin


„Deutscher Druiden-Orden V.A.O.D. Gross-Loge Berlin-Brandenburg e.V.“
(irgendwo om Grunewald)


(irgendwo beim Mauerpark)

bushidodrittegenerationmassiveattack

Das Betrachten des neuen Bushido-Videos „Reich mir nicht deine Hand“ hat mehrere interessante Aspekte.
Erstens
tut Bushido dort das was er immer tut – ernst gucken + rappen + mit den Händen rumwedeln – , nur dieses Mal die ganze Zeit im Sitzen. Es ist also vielleicht Zeit, ein Rap-Äquivalent zu dieser Seite zu machen.
Zweitens hatte das Video vom Inhalt her (Die Zurückweisung durch den eigenen Vater) eine peinliche Assoziation, nämlich das wahrscheinlich einzige Musikvideo, dass man nicht auf Youtube findet: „3.Generation – Vater“ (und das obwohl das anspruchvolle Setting des Videos auf der ehemaligen Fußgängerbrücke des S-Bhf Storkower Straße umgesetzt wurde)
Drittens ist das Bushido-Video in einer Kamera-Einstellung gedreht. Und das bringt mich zum eigentlichen Inhalt dieses Eintrags:
Dem besten Eine-Kamera-Einstellung-Musik-Video >>
Massive Attack – Protection.

Voila

Wem fallen noch weitere ein?