Archiv für März 2008

Im Delirium

Bunte Pillen Fete
Fünf Tage krank
Rotz auf der Tapete
Fünf Tage krank

„Stirb, Naziopa stirrrb!“

Es war ungefähr 2001 oder 2002, da führte ein Nazi namens Baldur Springmann ein Aufmärschchen auf dem Berliner Alexanderplatz gegen das Holocaust-Mahnmal durch. Es waren nicht viele Neonazis anwesend, ihre Lautsprecheranlage war schlecht und so war es uns 5-6 Gegendemonstranten möglich, diesen jämmerlichen Haufen mit unseren Sprechchören zu belegen. Es war vieles dabei, was an dieser Stelle nicht wiederzugeben ist, allerdings auch der Spruch, der Überschrift dieses Beitrags ist. Springmann hörte unser Geschrei, lachte und winkte uns zu … und tat uns ein Jahr später den Gefallen, wirklich abzutreten.

Der nächste Naziopa, der meine Bekanntschaft machte, ist da etwas hartneckiger. Der letzte Überlebende aus dem Führerbunker Rochus Misch lebt immer noch. Wenigstens stellte er unter Beweis, dass auch 60 Jahre später der autoritäre Charakter stärker als logisches Denken ist. Der Aufforderung „Komm Opa. Erzähl den Jugendlichen hier doch mal keinen Scheiss von damals. Verpiss dich in dein Taxi!“ leistete er ohne ein „aber“ Folge.

Dem Naziopa Otto Riehs bin ich nie begegnet. Allerdings verfolge ich sein derzeitiges Ableben und das Trara darum mit regem Interesse. Gerade Naziforen und Plattformen wie Altermedia sind immer wieder für einen Lacher gut.
Ein paar Beispiele:
„Ich hoffe, das er es nochmal schafft, ich wollte ihn noch in Halbe sehen, daraus wird wohl nichts mehr.“
(Womöglich ja doch ;) )
„Schade, so jung und schon in so einem schlechten Zustand.“

„Otto Riehs dein Name ist unsterblich“
„Lasst uns hoffen das unser Otto bald von seinen Qualen erlöst sein wird und den Weg nach Walhalla behleitet von den Valküren finden wird Heil“
„Muss der gute Otto Riehs ausgerechnet in dieser Deutschlands unwürdigsten Stadt namens Frankfurt sterben?“
„Mit jedem Menschen stirbt immer eine ganze Welt.“
„Ich bin sicher, dass Herr Riehs bald mit anderen Helden an Wotans Tafel sitzen wird. Hoffentlich halten Ihn die Geldgeilen Aerzte nicht zu lange im gegenwaertigen, unwuerdigen Zustand fest.“

Immer noch – so halb – am Leben, aber seinen Kameraden als Märtyrer lieber, als lebendig. Und dann mit so schlechten Poesie-Album-Sprüchen bedacht. Das wünscht man wirklich keinem.

Die Pfeifen

Das Jüdische Museum ist schuld. Hier kommt meine Top 4 der besten Songs mit Pfeif-Einlage:

1) Monty Python – Always look on the bright side of life
2) Bobby McFerrin – Don‘t worry, be happy
3) Peter, Björn & John – The young folks
4) Robby Williams – Mr Bojangles

Ausserhalb jeder Konkurrenz laufen Scorpions – Wind of change und Rammstein – Engel.

Wer ist der coolste?

Nick Cave natürlich. Keine Frage.

Tapete im Museum

Ich hab mir gestern die neue Ausstellung im „Jüdischen Museum“ angeguckt. Soviel sei gesagt: Sie ist gut gemacht und nur weiterzuempfehlen.
Sie hat natürlich ein Problem. Menschen, die ins Jüdische Museum gehen, um sich dort eine Ausstellung über Vorurteile und Stereotype anzuschauen, sind natürlich mehrheitlich welche, die von sich behaupten würden, dass sie über eben solche erhaben sind. An diesem Selbstbild wird auch in der Ausstellung nicht wesentlich gekratzt.
Das erste Ausstellungsstück (es befindet sich im Eingangsbereich) ist so unscheinbar, dass es mir erst beim Verlassen der Ausstellung aufgefallen ist. Nur soviel sei gesagt: es hat im weitesten Sinne etwas im diesem Blog zu tun.
Der wahrscheinlich einzige Moment, in dem am Selbstverständnis der Ausstellungsbesucher gekratzt wird, ist der erste Raum. In diesem werden historische und aktuelle Werbeplakate – begleitet von recht bekannter Musik – präsentiert, die die aktuelle rassistisch konnotierte Verwendung von Stereotypen in der Werbung und im popkulturellen Kontext illustrieren und so sichtbar machen. Ein kleiner Test für alle, die z.B. an Seal&Heidi Klum-Spots erstmal nichts verwerfliches finden.
Die restliche Ausstellung behandelt sehr systematisch verschiedenste Spielarten von Antisemitismus und Rassismus. Die abgetrennten Bereiche setzen dabei immer historische Objekte im aktuellen in Bezug und ergänzen das jeweilige Klischee durch eine Arbeit, die einen kritischen Umgang damit zeigt.
So wird die Arbeit eines amerikanischen Künstlers gezeigt, der Nasen-Abdrücke von 49 jüdischen Amerikanern nahm und diese zu einer Installation zusammensetzte.
Die Ausstellung ist – wie eigentlich alles, was im „Jüdischen Museum“ gezeigt wird, sehr gut medial aufgearbeitet. Es wird viel mit einer Mischung aus Bild, Skulptur und Film gearbeitet, es gibt Mitmach-Objekte und eine Mediathek, die in ihrem Umfang noch einen zweiten Besuch nötig machen würde (hier finden sich unter anderem Clips von „Little Britain“ und der „Chapelle Show“).

Das einzige Manko der Ausstellung ist, dass das Thema „Sexismus“ nur im Kontext anderer Klichees gedacht wird, so gibt es Erklärungen zu rassistischen und antisemitischen Frauenbildern, zu Homophobie (u.A. die Teletubbie-Debatte in Polen), aber keinen Bereich, der sich alleinig mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Trotzdem kann ich nur sagen:
Guckt euch die Ausstellung an.
Es lohnt sich.

Zum Schluss ein Clip aus der Mediathek:

Sticker“tausch“ mal anders

Ich bin hier bei mir grad mal am ausmisten – Frühjahrsputz nennt man das wohl – und hab dabei Unmengen von politischen Aufklebern gefunden. Die würde ich gern an Interessierte abgeben.
Was ich dafür haben will? Nichts. Vielleicht ne Schokolade, oder so.

Interessierte können sich ja hier mal melden oder mir ne Mail (bauhaustapete[at]gmx.de) schicken.

Zeit zu Feiern

Soliparty: „Music against racism“
14 3. 2008 // 21h // Keller des Café Morgenrot

Soliparty für die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen in Berlin und Brandenburg. Mit NoPopNoStyle (All Time Favs), DJ UnterDerSonne (Electro) und our very special guest DJ HubbaBubba (80s and Pop). Cocktails gibts auch

Würden sie diesem Mann ihr Fahrrad leihen?

Ich nicht. Warum auch. Der soll sich mal verpissen.

Ähnliches hat sich wahrscheinlich auch Christian Ströbele (man mag von ihm halten was man will) gedacht, als ihm dieser unsympathische Typ von der B.Z. ein Ohr abkaute. Und dementsprechend reagierte er auch.

„Sie sagten, nein, dem Chefreporter der B.Z. würden Sie Ihr Fahrrad nicht leihen. Das war sehr unhöflich von Ihnen.“

Für den „den Chefreporter der B.Z.“ ist damit alles klar. Schließlich hat der Ströbele damals den Baader verteidigt.

„Ich habe sie noch nie für liberal oder tolerant gehalten. Eher für rechthaberisch und verbohrt.“

Da kann man wohl nichts machen.

Das ganze Elend kann hier nachgelesen werden.

Glückwunsch

Helge Schneider ist „Klavierspieler des Jahres 2008″. Zu Recht, wie ich finde. Jetzt steht er in einer illustren Reihe mit Götz Alsmann, Sebastian Krumbiegel und Otto Schily.

„Schneider erhielt neben dem Preisgeld von 2000 Euro eine Urkunde und eine kleine Pianisten-Figur aus Porzellan. «Meine Oma hatte auch solche Sachen, Püppchen und so», sagte der 52-Jährige bevor er sich ans Klavier setzte und ein spontanes Medley aus Jazz und Klassik anstimmte.“

Zu Feier des Tages:

(Den Typen am Anfang einfach wegdenken)

Ein Schatz

…hat sich mir gerade offenbart, als ich einen der vielen Stapel in meinem Zimmer nach Bildern durchsucht hab, die ich hier (Bauhaustapete_Kunst) hochladen kann. Eine Originalzeichnung des Erfinders der russischen Zeichentrickserie „Wolf und Hase“. Toll. Wieviel man dafür wohl auf Ebay bekommt?