Archiv für Oktober 2008

Terminkalender

HEUTE:

MORGEN:

Samstag 1.11.08 – Demo gegen Homophobie und Transphobie in Kaulsdorf

für mehr Respekt in Hellersdorf
Angriffe auf Homosexuelle in Hellersdorf:
Vor Kurzem wurden Menschen aufgrund ihrer Homosexualität zu Boden geschlagen, getreten und beschimpft! Das ist nicht das erste Mal. Wir alle sind wiedermal aufgerufen ein Zeichen gegen Diskriminierung jeglicher Art zu setzen!
Denn wir wollen und können nicht dulden, dass Menschen, die nicht der Heteronormativität entsprechen, diskriminiert und attackiert werden!
Deshalb kommt alle:
Treffpunkt: am Samstag, den 1.11.08 um 14 Uhr
U Bhf. Kaulsdorf Nord (U 5)

SMASH HOMOPHOBIA AND TRANSPHOBIA!

Noch ein kleiner Nachruf auf Jörg Haider

Lesetip Nr.2

Die neue Phase 2 nähert sich unter dem Titel „Unified Vielfalt“ der Idee, die von Freunden und Feinden mit der USA verbunden wird, und was davon der Realität enspricht. Der Grund, warum ich diese Ausgabe empfehle ist jedoch die weitere Textauswahl.

„Waste to Waste“ von Roswitha Scholz.
Der Artikel baut eine Brücke vom historischen Antiziganismus zum aktuellen, wie er mehr oder weniger offen in Europa anzufinden ist. Als herausstechendes Beispiel wird die derzeitige Diskussion über die vollständige Erfassung aller Sinti und Roma in Italien angeführt:

Wiederholt ging durch die Presse, dass die aktuelle antiziganistische Ideologie in Italien gerade auch in Stadtvierteln mit hoher ‚Linkseinstellung‘ anzutreffen ist. Dies hat viel mit der traditionellen Zentrierung der Linken auf den biederen anständigen Lohnarbeiter zu tun, mit dem Affekt gegen das sogenannte Lumpenproletariat als Bodensatz der Gesellschaft, und damit eben auch gegen die ‚Zigeuner‘, die in der rassistischen Aufladung sogar noch unter den ‚einheimischen‘ Lumpenproletariern standen.

In „Gegen das ‚jüdische Kapital‘ und den ‚zionistischen Faschismus‘“ wird anschaulich das Antisemitismusverständnis der KPD zur Zeit der Weimarer Republik seziert:

Es ist anzunehmen, dass die KPD mit solchen Behauptungen vor allem die Nationalsozialisten attackieren wollte und dass mit einer Überschrift wie „Nazis für jüdisches Kapital“ in erster Linie die NSDAP lächerlich gemacht werden sollte. Eher nebenbei, gewissermaßen im toten Winkel, reproduzierte die Tageszeitung der KPD dabei das Stereotyp von den ‚reichen und mächtigen Juden‘.

Und zum Schluss noch ein diskursstoff-produzierender Artikel („Die Konterrevolution gegen Israel“):

Alle Schwierigkeiten, denen sich der Versuch, die bürgerliche Gesellschaft der Juden zum Staat zu formieren, ausgesetzt sah, zeigen nur, im Invers, das Problem der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit schlechthin. Antizionismus ist der Selbsthass der bürgerlichen Gesellschaft, der projeziert wird.

Und ein richtig schlechter Artikel „Alles nur ein Missverständnis?“ über die Beziehung von Antifa und Linkspartei. Aber der ist ja auch von Ivo Bozic.

Lesetip Nr.1

Mit einem gut ausgearbeiteten Schwerpunkt zum Thema „autonome Nationalisten“ und Gewalt meldet sich das AIB zurück. Dabei wird nicht nur diese (jetzt inzwischen nicht mehr ganz so) neue Strömung innerhalb der Naziszene bearbeitet, sondern auch die Reaktionen und Erklärungsversuche von linker Seite:

„Die Auftritte der ‚Autonomen Nationalisten‘ bieten Anlass, die eigene politische Praxis zu hinterfragen und selbstbewusst jene Formen politischer Kommunikation zu bannen, die nurmehr leere Formen und hohle Phrase sind.“

Die Leipziger Antifagruppe (LEA) bietet zudem einen einen guten – wenn nicht sogar bis jetzt besten – Diskussionsbeitrag der Debattenreihe „Antifa heißt …“ auf. Sie beendet den Satz mit „…radikale Gesellschaftskritik“:

„Wer sich als AntifaschistIn versteht, muss zuerst den Gegenstand seines Antifaschismus klären. Weil Faschismus ohne Gesellschaft weder theoretisch denkbar, noch in der Praxis möglich ist, muss für eine Faschismusanalyse von einem kritischen Begriff der bürgerlichen Gesellschaft ausgegangen werden.“

www.antifainfoblatt.de

Horcice

Ich bin ein Junkie,
aber die herkömmlichen Sachen sind mir viel zu lasch. Ich bevorzuge exklusives Zeug. Eins davon möchte ich euch hier nun vorstellen:

Und genau wie viele andere Junkies hab ich ein Lieferproblem. Mein Kontakt nach Tchechien fährt einfach zu selten und bringt noch seltener was mit. Deshalb die Frage hier: Gibts irgendeinen Laden in der Stadt, der das Zeug verkauft?
Bitte helft mir..

Bahn brutal

Eine Bahnmitarbeiterin hat ein zwölfjähriges Mädchen bei Einbruch der Dunkelheit wegen angeblichen Schwarzfahrens aus einem Zug geworfen. Obwohl andere Fahrgäste angeboten hatten, die Karte zu zahlen, musste das Mädchen in Parkentin bei Rostock aussteigen. Es war mit seinem Cello zur Musikschule unterwegs gewesen. (…) Daraufhin lief die Zwölfjährige mit ihrem schweren Instrument auf dem Rücken fünf Kilometer nach Hause.

Quelle

Ob die Nachricht auch mit Blockflötenunterricht nen Skandal geworden wäre?

Neues aus der Siebdruckerei

Bei IKEA gibts grad preiswerte kleine Kissen, also hab ich mal wieder etwas Zeit in der Siebdruckerei verbracht, die Kissen aufgetrennt, ausgeweidet bedruckt, wieder gefüllt und zugenäht.
Und hier sind die ersten Ergebnisse:



(zum Vergrößern draufklicken)

Luigi, niemand stellt sich gegen die Familie!

„Es gab Fälle, dass Heinersdorfer von ihren Nachbarn geschnitten wurden, weil sie gesagt haben ‚Wir nehmen an der Anti-Moschee-Demonstration nicht mehr teil.‘“

Gefunden hier.

Die erste Zusammenfassung des Tages in Heinersdorf:

Bei den Veranstaltungen am 16. Oktober aus Anlaß der Moscheeeröffnung in Heinersdorf waren die Befürworter_innen der Religionsfreiheit diesmal zahlenmäßig besser vertreten, als die Moscheegegner_innen in den Reihen der „interessengemeinschaft pankow-heinersdorfer bürger“ (ipahb). Letztere hatte wegen der geringen Teilnehmer_innenzahl von etwa 150 Menschen die geplante Demonstration zum Rathaus Pankow kurzerhand abgesagt und verharrten mit ihrer Gefolgschaft etwa zwei Stunden am Startpunkt, Prenzlauer Promenade Ecke Granitzstraße. Unter die ipahb-Leute hatten sich auch rund 20 organisierte Neonazis aus Pankow und anderen Bezirken gemischt, darunter Andy Fischer, Patrick Kukulies, Mirko Tambach und die NPD-Funktionärin Gesine Hennrich.
Etwas besser sah die Teilnehmer_innenzahl auf Seiten der Gegendemonstrant_innen aus. Rund 150 Menschen beteiligten sich an der Aktion „Ein buntes Band für Vielfalt und Toleranz“, eine antirassistische Kundgebung am Garbátyplatz fand mit etwa 100 Teilnehmer_innen statt.

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Kommunikation der Straße

Lichtenberg:

Weissensee:

Liebe Fußball-Fans!

In einigen Städten der Bundesrepublik haben Neonazis Flugblätter verteilt und Fans aufgefordert, zum Spiel Bundesrepublik Deutschland – Türkei am 26. Oktober nach West-Berlin zu fahren. „Ausländer raus. Werft die Ausländer raus aus Deutschland. Nur Gewalt kann uns noch befreien. Wir müssen den Anfang machen.“ das steht in ihren Flugblättern. Sie wollen während und nach dem Spiel mit Überfällen auf ausländische Fußballfans Angst und Schrecken verbreiten.
Als Nationalspieler rufe ich alle Fans auf:
Geht den Neonazis nicht auf den Leim!
Angebliche Fan-Clubs wie „Zyklon B“, „Borussenfront“, „Adlerfront“ oder „Löwen“ wollen nur eins: Terror machen. Solche „Fan-Clubs“ haben keinen Platz in unseren Stadien. Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Diese „Fans“ wollen nicht das Spiel sehen. Ihnen ist der Fußball ganz egal. Sie wollen nur die Begeisterung vieler Fans ausnutzen für ihre miesen Ziele.
Die türkischen Mitbürger in der Bundesrepublik haben genauso ein Recht, hier zu leben, wie jeder andere. Sie haben oft seit Jahrzehnten hier gelebt und gearbeitet – mit ihrer Arbeit haben sie zum Wohlstand in unserem Land beigetragen. Sie haben keine Schuld an der Arbeitslosigkeit. Wir Spieler auf dem Rasen werden ein faires Spiel zeigen. Wir wollen gewinnen. Ich rufe alle Fans auf, faire Zuschauer zu sein, unsere Mannschaft anzufeuern, aber auch die türkischen Fans ihre Mannschaft anfeuern zu lassen. Nur so können wir auch in Zukunft noch Fußball spielen. Für Neonazis und Schläger ist da kein Platz.

Mit sportlichem Gruß
Lothar Matthäus
Fußball- Nationalspieler

gefunden bei der Deutsch-Ausländischen Freundschaftsinitiative Dortmund.