Archiv für März 2010

Winter adé

Dinge und Menschen

DINGE, in die ich ungern reintreten möchte:

1.) Die Blutlache an der Bornholmer Brücke, die ich fast zu spät bemerke, weil ich auf die zwei Bullen achte, die gerade vom Krankenwagen mit Schippe und Sand in meine Richtung – also eigentlich in die Richtung der Lache – eilen.

2.) Die Pfütze auf dem Treppenabsatz im Haus meiner Allgemeinärztin, die wahrscheinlich dadurch entstand, dass ein heimlicher Treppenhaus-Raucher seine Zigarette nicht austrat sondern ausspuckte und dabei wahrlich nicht sparsam mit Speichel war.

MENSCHEN, die ich in den letzten Tagen kennenlernen durfte:

1.) Till, Ende 30, leicht angetrunken, an einer Haltestelle in Weissensee. Er fragt mich nach einer Straße in Weissensee, offensichtlich nur, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich kenn die Straße nicht und gebe mich so als Nicht-Weissenseer zu erkennen (nichts schlimmes, finde ich). In seiner weiteren Fragestunde, oute ich mich spaßeshalber als zugezogener Kulturschaffender. Daraufhin wird sein Ton, etwas wirscher, er signaliert mir wort- und gestikreich, wie die da oben mit der Unterschicht umspringen würden. Nachdem er klargestellt hat, dass man nicht mehr wie früher KZs brauche, sondern heute Hartz4 völlig ausreichend wäre, mir aufgrund meiner Yuppiehaftigkeit, jegliche Bildung und Empathiefähigkeit absprich, kommt zum Glück meine Bahn.

2.) Hänschen, irgendwas um die 40, in der U-Bahn in Kreuzberg. Kommt auf mich zu.
Hänschen: „Hallo, ich bin Hänschen, wer bist du?“
Tapete: „Hallo, ich bin Tapete.“
H.: „Ich bin kein Sexualverbrecher.“
T.: „Oh, ok.“
H.: „Hast du mal 50 Cent für mich? Ich möchte gern einen Kaffee trinken gehen.“
T.: „Hier haste.“
H.: „Kannst du mal für mich gähnen? Das mag ich sehr.“
T.: „???“ (Mein Begleiter tut ihm den Gefallen)
H.: „Kannst du nochmal für mich gähnen?“
Begleiter.: „Nö, einmal reicht.“
Hänschen geht weiter zu einer nebenan stehenden Frau.
H.: „Hallo, ich bin Hänschen. Ich bin kein Sexualverbrecher. Kommst du mit zu meinem Onkel, da will ich jetzt Kaffee trinken gehen.“
F.: „Äh, nein danke.“
Etwas verstört verlassen wir am nächsten Bahnhof das Abteil.

Den Nazis aufs Maul schauen…

1) REP Pankow:

War schon immer meine Vermutung, dass das alles nur Fake ist. „Linke fakeln Autos ab.“



2) NPD Pankow:

Wie viel Prozent von hundert muss man haben, um von einem „Großteil“ zu sprechen? 70%? 80%? 95%? Die Pankower Nazis haben die Antwort:

„Betrachtet man die Wohnortverteilung der in Berlin wohnenden Tatverdächtigen [Linksextremen], zeigt sich, dass ein Großteil der 591 ermittelten Berliner Tatverdächtigen in Pankow (17 %) wohnen.“


3) RNF Sachsen:

Nach den Rechenkünstlern kommen die Rhetorikkünsterinnen dran:

Katrin Köhler, RNF-Landesvorsitzende Sachsen: „Wasser in den Wein emanzipatorischer Selbstverliebtheit und frauenfeindlicher Gleichmacherei gießen“

Hoffentlich gießt niemand Wasser auf die Windmühlen, gegen die Frau Köhler mit heißen Steinen ankämpft.

Take back the night

Bevor hier wieder etwas eigener Content kommt, etwas Werbung:

Tolle Veranstaltungsreihe zu Feminismus:

FRA­GEN AN EINEN LIN­KEN FE­MI­NIS­MUS
Mi., 17. März, 19 Uhr
Meh­ring­hof Ver­an­stal­tungs­raum, Gnei­sen­aus­tr. 2a (nahe U-Bhf. Meh­ring­damm)
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus
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SE­XIS­MUS & AN­TI­SE­MI­TIS­MUS
Do., 18. März, 19 Uhr
K9, Kin­zig­stra­ße 9, (nahe U-Bhf. Sa­ma­ri­ter­str.)
Ge­mein­sa­me Ver­an­stal­tung mit der Reihe »An­ti­se­mi­tis­mus und Krise« von Eman­zi­pa­ti­ve An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pe (EAG) & dis­pa­rat.
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PO­RYES – QUEER­FE­MI­NIS­TI­SCHE POR­NOS
So., 21. März, 19 Uhr
Sonn­tags­club, Grei­fen­ha­ge­ner Stra­ße 28 (nahe U-/S-Bhf. Schön­hau­ser Allee)
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus und Eman­zi­pa­ti­ve An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pe (EAG)
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FE­MI­NIS­TI­SCHE GLO­BA­LI­SIE­RUNGS­KRI­TIK
Mi., 24. März, 19 Uhr
K9, Café Grö­ßen­wahn, Kin­zigstras­se 9 (nahe U-Bhf. Sa­ma­ri­ter­str.)
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus
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Ver­an­stal­tung: Stra­te­gi­en zur EU–wei­ten Le­ga­li­sie­rung von Ab­trei­bung
Fr., 2. April, 19 Uhr
Re­fe­ren­t_in­nen: Wanda No­wi­cka (Polen), Ste­pha­nie Lord (Choice Ir­land), Anna von Gall (ECCHR) Über­set­zung engl./dt.
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus
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Ho­mo­se­xua­li­tät & Ho­mo­pho­bie in der Neo­na­zi­sze­ne
So., 4. April, 19 Uhr lei­der hat sich ein feh­ler durch alle Druck­sa­chen ge­zo­gen das rich­ti­ge Datum für die­sen Ter­min ist der 14. April
Tante Horst, Ora­ni­en­stra­ße 45 (nahe U-Bhf. Kott­bus­ser Tor)
Ver­an­stal­tet vom An­ti­fa­bünd­nis Süd­ost (ABSO) und Au­to­no­me Neu­köll­ner An­ti­fa (ANA)
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HO­MO­PHO­BIE IM HIP­HOP
Do., 8. April, 19 Uhr
FAQ In­fo­la­den Neu­kölln, Jo­nas­stra­ße 40 (nahe U-Bhf. Lei­ne­stra­ße)
Re­fe­ren­t_in: So­ok­ee
Ver­an­stal­tet von Au­to­no­me Neu­köll­ner An­ti­fa (ANA)
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So., 25. April, 15 Uhr
Frie­del, Frie­del­str. 5 (nahe U-Bhf. Her­mann­platz)
Work­shop: Männ­lich­keits­bil­der in der An­ti­fa
Mit An­mel­dung unter: autonome_​neukoellner_​antifa@​riseup.​net
Ver­an­stal­tet von Au­to­no­me Neu­köll­ner An­ti­fa (ANA)
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ZUR KRI­TIK DES LIN­KEN AN­TI­FE­MI­NIS­MUS
Mo., 3. Mai, 19 Uhr
Fest­saal Kreuz­berg, Ska­lit­zer­stra­ße 130 (nahe U-Bhf. Kott­bus­ser Tor)
Ver­an­stal­tet von Eman­zi­pa­ti­ve An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pe (EAG)
________________________________________________
›MäN­NER‹PO­LI­TIK & ›MäN­NER‹BE­WE­GUNG
Mo., 10. Mai, 19 Uhr
Raum­er­wei­te­rungs­hal­le, Markgrafen­damm 24c (nahe S-Bhf. Ost­kreuz)
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus
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STRA­TE­GI­EN FE­MI­NIS­TI­SCHER PO­LI­TI­SCHER PRA­XIS
Mi., 19. Mai, 19 Uhr
Raum­er­wei­te­rungs­hal­le, Mark­gra­fen­damm 24c (nahe S-Bhf Ost­kreuz)
Ver­an­stal­tet vom Ak lin­ker Fe­mi­nis­mus

mehr Infos unter:
http://reclaimfeminism.blogsport.de

HSH mein Herz

Falls sich jemand fragt, wo die Gletscherzunge abgeglieben ist, die vor ein paar Tagen vor Grönland abgebrochen ist.
Sie liegt hinterm Linden-Center.

Huch

Schon März…