Archiv für Februar 2011

„Die Schönholzer Heide – Spiegel der Pankower Geschichte“

„Ein Film über die wechselhafte Geschichtes der Schönholzer Heide in Berlin-Pankow. Die Geschichte des Zwangsarbeiter_innenlagers, der Kriegsgräberstätte sowie des Sowjetischen Ehrenmals werden erzählt und das Gedenken im Park dargestellt. Es kommen Zeitzeug_innen verschiedener historischer Perioden zu Wort, mit historischen Fotos wird anschaulich die Veränderung des Parks illustiert.“

Filmvorführung:
Donnerstag, 24. Februar 2011 – 19:30
Bunte Kuh Weissensee (Bernkastelerstraße 78)

www.heidefilm.blogsport.de

Der Rote Faden

„Der Rote Faden“ ist ein Medienprojekt der linken politischen Gruppe Plan E (das E steht für Emanzipation). Die zwölf bzw. dreizehn Videos sind Kernstück unseres Versuches, sehr unterschiedliche Menschen für herrschaftskritische Gesellschaftstheorie und politische Praxis allgemein zu gewinnen. Es ist ein Versuch, das Potenzial von Herrschaftskritik für linke Politik weiter zu erschließen. Wir gehen dabei weder davon aus, dass wir alles neu entdeckt hätten, noch dass wir der Weisheit letzten Schluss präsentieren würden. Was dieses Projekt von anderen unterscheidet, ist eine politische Vision davon, welche Veränderungskraft Herrschaftskritik unter den jetzigen Bedingungen entfalten kann. Diese Vision basiert auf einigen theoretischen Überlegungen, aber genauso auf einer Vielzahl praktischer Erfahrungen.

Der Beitrag von Herrschaftskritik zur Gesellschaftstheorie ist von großer Tragweite. Herrschaftskritik fordert radikale Kritik ohne Ausnahmen – auch der Produktionsbedingungen der Kritik selbst. Herrschaftskritik verdreht die herkömmliche Auffassung von Wissenschaft in einer Hinsicht: Der Verleugnung des eigenen Standpunktes wird die Offenlegung der Verwicklung jedes Menschen in gesellschaftliche Konflikte entgegengestellt.

Ein zweite wichtige Funktion von Herrschaftskritik ist, verschiedene Aspekte von alltäglichem Leben und analytischen Konzepten von Gesellschaft in Zusammenhang zu bringen. Die Frage nach der Herrschaftlichkeit von Beziehungen und Strukturen, und die Suche nach Wegen, diese ab zu bauen, bringen wechselseitige Abhängigkeiten zum Vorschein. So werden differenzierte Analysen und wirksame Strategien möglich.

Die Idee der Herrschaftskritik ist nicht neu, aber die Voraussetzungen für herrschaftskritische Wissenschaft und Politik haben sich deutlich verbessert: Die horizontale Kommunikation und der Zugang zu Informationen im Internet sind technischer Aspekt mit weitreichenden Folgen. Damit verbunden bahnt sich in den letzten Jahren ein weltweiter Aufschwung von sozialen Revolten gegen verschiedene herrschaftliche Strukturen an. Immer mehr Menschen haben die Möglichkeit, mit Hilfe von Hintergrundinformation politische Prozesse zu verstehen – und erweitern so ihre Handlungsmöglichkeiten. Politisch aktiv zu sein ist heute möglich, ohne auf einer Parteisitzung zu vergammeln oder sich nach oben zu buckeln. Kleine und große Verschiebungen im Machtgefüge sind an der Tagesordnung. Auf die Richtung dieser Verschiebungen kommt es letztendlich an.

Alle weiteren Teile gibt es hier.

Mein Dresden-Artikel

Weil die Stadt Dresden grad wieder in aller Munde ist, kommt nun auch von mir ein Dresden-Artikel. Ich habe gestern – die Museen waren alle zu – eine Kirchentour gemacht. Hier mein Bericht:

Station 1: Frauenkirche
Ich war in dieser Kirche schon vor 4 Jahren, damals schon – unabhängig von der politischen Dimension – schockiert von dieser grässlichen Kirche. An dem Eindruck hat sich nichts geändert. Die Kirche ist eine schreckliche Barockimitation. Farblich ähnlich gehalten wie ein Disney-Cinderella-Schloss – in hellblau, rosa, gelb und gold. Große Flächen des Innenraums sind derart bemalt, dass es aussieht als wäre es Marmor. Es sind angedeutete Fenster an die Wand gemalt. Kircheninnenarchitektur zum Abgewöhnen.

Station 2: Kreuzkirche
Nach der Frauenkirche hoffte ich eigentlich, dass es nicht schlimmer kommen könnte, bis ich die Kreuzkirche betrat. Der Innenraum sah aus, als hätte dort jemand mit einer Betonkanone gewütet. Der Raum ist stumpf und gesprenkelt. Nicht was eine ansprechende Kirche ausmacht findet sich hier.

Station 3: Hofkirche
Die Kirche meiner Tour, die meiner Vorstellung noch am nähsten kommt. Barocke Architektur, Ölgemälde, sakrale Skulpturen – im Gegensatz zur Frauenkriche – echter Marmor. Nur der seltsame Altar (mit türkisem Strass besetzt) und dass die Kirche derzeit von innen mit Baugerüsten eingerüstet ist, sorgte nicht so ganz für Kirchen-Feeling.

Station 4: Drei-Königs-Kirche

Die letzte Kirche meine Tour war die in der Neustadt gelegene Drei-Königs-Kirche. Eine evangelische Kirche. Hier wurde einfach ein großer Teil des alten Kirchschiffs abgetrennt, um daraus ein Café, eine Galerie und einen EineWelt-Laden zu machen. Das was noch übrig ist als Kirche, ist eher ein Gemeinderaum. Ein paar Bankreihen, ein völlig zerschossener Altar, und sonst nur Kitsch. Hier und da ein aufgehängter Engel und Selfmade-Utensilien (Ein Wandteppich: „Eine weisse Rose für alle Opfer von Gewalt – Hauptsache: Kein Krieg!“).

Es scheint, für Kirchenliebhaber ist Dresden die falsche Stadt.

Damage-Kommentare (Edit)

Der Rapper Makss Damage hat den Schritt vom antisemitischen Stalinisten zum Neonazi gemacht. Tja. Hat man ja oft drüber gespottet und hätte es trotzdem nicht für wirklich möglich gehalten, jetzt ist es passiert. Lustig daran sind vor allem die Kommentare, Rechtfertigungen, Ausreden:

Alte Geschichten:
„also
als es darum ging das er in berlin spielen sollte hat ein antideutsches hetzt komande geschrieben das es sich bei ihm um einen jungen araber handelt
wie ein araber sieht diese kahle kartoffel nicht aus “

Niemals Baumfällerhemd:
„makss würde niemals ein interview mit rechten machen, rechte würden niemals ein interview mit ihm machen.
makss stimme ist anders.
makss hat edle hip hop klamotten an und nicht so nen scheiß.“

Jetzt blos nicht spalten lassen:
„ich finde nicht, dass sich jetzt irgentwer dafür rechtfertigen muss ehemalger MD hörer zu sein. die texte sind strittig und bieten „viel raum für kritik“ aber man muss dabei im hinterkopf behalten, dass es sich um Hip Hop handelt. und julian klar von amerikanischen künstlern beeinflusst bedient sich wie fast alle anderen rapper ungehemmter übertreibung, was von vielen auch so angesehen wurde. kein MD hörer würde ersthaft für den mord an Anti-ds plädieren ;)

Rat vom Koch:

„gleich zu den kacknasen rennen is dumm, aber merkt ihr nicht wie hohl und flach eure argumente sind? wenn das kein fake ist, tut es mir leid das sich einige von euch links schimpfen. links zu sein, heißt auch mit dem suppentopf, in den ein jedermann wirft, kochen zu können.“

Auch wenn er jetzt ein Nazi ist, mit den Antideutschen hat er einfach Recht gehabt:
„er soll nur wissen das die ursprünglichen Linken nicht ausgestorben sind. nicht alle linken sind pazifisten. wer braucht schon eine raf, wenn man selber kämpfen kann? ganz klare trennung, anti deutsche gehören nicht zu uns. aber eine nation ist zu klein und viel zu kleingeistig. größere strukturen so wie die wirtschaft funktioniert, so muss auch die politik gestrikt werden. das ist schwierig aber machbar.“

Abwägungssache:
„ich weiss nicht was erschreckender ist das makss damage interview oder zu sehen das es noch menschen gibt die antideutsche zu den linken zählen XD“

Die bisher beste Begründung dafür, dass es ein Fake ist:
„mmhh, hört sich absolut realistisch an. ich denke aber mal es war anders.
ermutlich haben die nazis ihre zeitmaschine, mit der sie sonst immer in jahr 1936 reisen um dort ihren führer bei der olympiade zuzujubeln umprogrammiert und sind in die zukunft gereist.
dort haben sie dann einen terminator tx gefangen genommen um ihn dann wieder mit in die gegenwart zu nehmen. und das alles mit dem einzigen zweck: ein perfektes fake video (der tx kann die gestalt aller personen annehmen die er terminiert) von makss damage zu produzieren.
das liegt doch alles auf der hand. deshalb finde ich meine vermutung auch viel realistischer als eurer verschwörerischer dünnschiss. “

Ein weiteres schlüssiges Fake-Argument:
„Das Interview muss ein Fake sein, erst gestern ist ein gewisser Julian F. jetzt neuerdings mit Bart und Häkelmütze bei uns in Mönchengladbach aufgetaucht und hat seine neue CD mit Koransuren vorgestellt, leider ohne Beats, denn die sind haram.“

Der wahre Grund für seinen Umschwung:
„Nachdem er mein Kampf gelesen hatte, war ihm klar, wohin sein Weg führen würde:
Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus …“

Historische Parallelen:
„das ganze erinnert mich irgendwie an die Auflösung von NKOTB – nur dass da weniger gejammert wurde. also reißt euch mal zusammen!!!“

Makss meldet sich auf Indy zu Wort:
„Viele werden mich kennen als strammen Genossen oder auch als Kameraden. Ich sage euch eins, fickt euch alle! Ihr seid alle zusammen solche Verlierer und habt es noch nicht bemerkt. Ich suchte Zusammenhalt und fand schierige Heuchler voller kaputter Egos. Ich kenne euch alle, kenne die Frontlinien die ihr euch zeichnet und musste mir eingestehen das ihr einfach nur dumm seid. Ich habe jetzt den wahren, einzigen Glauben gefunden und hoffe ihr alle lernt von mir die eine Wahrheit. Mein neues Album wird den Titel „Wiedergeboren 2012″ und folgende Track enthalten:

01. Ein langer Weg (Intro)
02. Verlierer
03. Krieger von Jesus
04. Kreuz ohne Haken
05. Sterben für Christus
06. Liebe zum wahren Licht
07. Wahrer Führer (skit)
08. Altar des Krieges
09. Revolution des Kreuzes
10. Outro

Gott mit euch! Makss Damage!“

Und am Ende natürlich:
„Antideutsche Intrige“