Archiv für April 2012

29. – 31. Maerz 2012 – Guatemala City

29. Maerz 2012
Nur gechillt, geschlafen und leckere Sachen gegessen.

30. Maerz 2012
Heute haben wir uns zusammen mit S die „Huelga de dolores“ (Den Streik der Schmerzen) angeschaut, die jaehrliche Student_innenparade, die auf Transparenten und Karnevalsaehnlichen Wagen Kritik an der Regierung, am Militaer und der Polizei formuliert, und deren Teilnehmer_innen groesstenteils vermummt laufen. Leider, so S, ist die Huelga, die frueher unter der Militaerregierung mit starker staatlicher Repression zu kaempfen hatte, und deshalb auch ziemlich radikale Forderungen stellte inzwischen zu einer karnevalsaehnlichen Parade verkommen, deren Organisator_innen mit der Uni-Leitung kluengeln, so dass keine Kritik an der Uni-Politik moeglich ist.
Aus diesem Grund hat sich eine zweite alternative Huelge gegruendet, die dieses Jahr in einem anderen Stadtbereich lief. Die Kritik war dementsprechend oftmals auch etwas platt. Die Regierung wurde als Nazis (kleine Kinder konnten sich mit Student_innen in selbstgebastelten SA-Uniformen fotografieren lassen) dargestellt, das Bullenrevier mit „Hejos de puta“ bedacht. Die Kritik, dass auch 16 Jahre nach dem Buergerkrieg immer noch damalige Militaers in der Politik mitmischen, scheint jedoch mehr als angebracht.
Am Abend gab es dann einen heftigen Gewitterschauer, der erste richtige Regen waehrend unserer Reise.

31. Maerz 2012
Heute haben wir einen Ausflug in Zone 3 gemacht und den Zentralfriedhof angeschaut. Guatemalteken lassen sich nicht unter der Erde beerdigen sondern in mehrstoeckigen Mauern oder in oberirdischen Mausoleen. Am unteren Ende des Friedhofs, wahrscheinlich ging er frueher noch weiter – am Ende kundigt eine maechtige Schar von Geiern eine Schlucht an, unter der sich die Muellhalde befindet. Einige Mausoleen stehen derart auf der Klippe, dass man den Eindruck gewinnt, sie werden sich auch bald die hundert Meter nach unten verabschieden. Der schuechterne Blick nach unten offenbarte Berge von Muell, LKWs die neuen Muell brachten und Menschen, die bereit standen, um den neuen Muell nach verwertbarem zu untersuchen. (Einen kleinen Eindruck der Muellkippe bekommt man hier.)
Nach einem laengeren Spaziergang durch die Innenstadt befinden wir uns nun wieder „zuhause“, wo wir fuer den morgigen Rueckflug packen. Das wars erstmal von hier. Fotos gibts spaeter.

Bis bald in Berlin.