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Notizen zu Moshe Zuckermann

Am Freitag, dem 1. April 2011, sprach der Israelische Historiker Moshe Zuckermann auf einer Veranstaltung des VVN-BdA in Berlin. Im Senatssaal der Humboldt-Universität hingen mehr als 100 Zuhörer_innen an seinen Lippen, als er den Deutschen erklärte, was sie eh schon wussten, dass Israel kritisiert gehört, aus welcher Motivation auch immer. Der Vortrag basierte auf seinem Buch „Antisemit!“, und war betitelt mit „Israelkritik und Antsemitismus – Ein Thema für Antifaschisten?“. Zum Thema selber hatte er nichts als ein paar Plattitüden zu sagen.
Vor Beginn der Veranstaltung verteilten Zuckermann-Kritiker_innen im Raum ein Interview mit Yaakov Lozowick (Yad Vashem) verteilt. In der anschließenden Diskussion kamen zumindest ein paar kritische Stimmen zu Wort.

Hier die prägnantesten Thesen und gröbsten Widersprüche seines Vortrags:

1) Die anwesenden Deutschen dürfen aus ihrer Position sich nicht das Recht herausnehmen, ihn (als Juden, Israeli, Nachkommen von Überlebenden) zu kritisieren, sie werden von ihm aber tunlichst dazu angehalten eben das bei Israel, dem Staat der Juden und Holocaustüberlebenden zu tun.

2) Jede Form von Abstrahierung „der Juden“, egal ob im Philosemitismus oder Antisemitismus geschehen aus den selben Grundvoraussetzungen und enden bei tätovierten Nummern.

3) Die Israelische Gesellschaft ist fragmentiert, ja atomisiert, in verschiedene Interessengruppe, so dass derzeit keine einheitliche linke Kraft gegen die derzeitige politische Sackgasse in Sicht ist ABER egal wenn man fragt, alle würden Zuckermanns Thesen voll unterstützen.

4) Allein Israel hat das Heft zur Lösung des Konflikts in der Hand. Das Verhältnis der Konfliktparteien ist eines von „Herr und Knecht“. Und um nicht den Eindruck von Einseitigkeit zu vermitteln, sei erwähnt dass auf der einen Seite die Israelischen Besatzer und auf der anderen die Unterdrückten stehen. Differenziert, wa?

5) Zuckermanns Thema ist „Israelkritik und Antisemitismus“. Er hat aber keinerlei Kategorien, Trennlinien oder Ideen, was das eine vom anderen unterscheidet, wo die Übergänge sind, wo Schluss ist.

Hauptsache: Wir kritisieren Israel.

Der Ticker des VVN-BdA fasste die Nachfragen übrigens folgendermaßen zusammen:

„Moshe Zuckermann widersprach entschieden einer Gleichsetzung von Israelkritik, Antizionismus und Antisemitismus. Israel dürfe kritisiert werden, man tue seinem Heimatland keinen Gefallen, wenn man sich kritiklos mit ihm solidarisiere. Typisch deutsch die bohrend gestellte Frage, an welchen Kriterien festzumachen sei, wann Kritik in Antisemitismus umschlägt.“

Man könnte auch entgegenhalten: Typisch deutsch ist es, sich pauschal von Antisemitismus zu distanzieren, diesen jedoch durch die Hintertür weiter zu bedienen.
Der BAK Shalom, meines Erachtens nicht anwesend, wurde übrigens von einem älteren Herrn, für die angebrachte Kritik an Zuckermanns Thesen verantwortlich gemacht. Die taugen immer als Feindbild, da müssen sie garnichts mehr für tun.

Bauhaustapete enthüllt:

[Weiteres zu Heyder]

Einziger Guttenberg-Post hier:

Ein Vorschlag, wie man die derzeitige Pro-Guttenberg-Welle und das damit verbundete antiintellektuelle Ressentiment bekämpfen könnte. Wir setzen das Gerücht in die Welt, dass er für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich ist:

Ich denke, das könnte funktionieren…

„Die Schönholzer Heide – Spiegel der Pankower Geschichte“

„Ein Film über die wechselhafte Geschichtes der Schönholzer Heide in Berlin-Pankow. Die Geschichte des Zwangsarbeiter_innenlagers, der Kriegsgräberstätte sowie des Sowjetischen Ehrenmals werden erzählt und das Gedenken im Park dargestellt. Es kommen Zeitzeug_innen verschiedener historischer Perioden zu Wort, mit historischen Fotos wird anschaulich die Veränderung des Parks illustiert.“

Filmvorführung:
Donnerstag, 24. Februar 2011 – 19:30
Bunte Kuh Weissensee (Bernkastelerstraße 78)

www.heidefilm.blogsport.de

Der Rote Faden

„Der Rote Faden“ ist ein Medienprojekt der linken politischen Gruppe Plan E (das E steht für Emanzipation). Die zwölf bzw. dreizehn Videos sind Kernstück unseres Versuches, sehr unterschiedliche Menschen für herrschaftskritische Gesellschaftstheorie und politische Praxis allgemein zu gewinnen. Es ist ein Versuch, das Potenzial von Herrschaftskritik für linke Politik weiter zu erschließen. Wir gehen dabei weder davon aus, dass wir alles neu entdeckt hätten, noch dass wir der Weisheit letzten Schluss präsentieren würden. Was dieses Projekt von anderen unterscheidet, ist eine politische Vision davon, welche Veränderungskraft Herrschaftskritik unter den jetzigen Bedingungen entfalten kann. Diese Vision basiert auf einigen theoretischen Überlegungen, aber genauso auf einer Vielzahl praktischer Erfahrungen.

Der Beitrag von Herrschaftskritik zur Gesellschaftstheorie ist von großer Tragweite. Herrschaftskritik fordert radikale Kritik ohne Ausnahmen – auch der Produktionsbedingungen der Kritik selbst. Herrschaftskritik verdreht die herkömmliche Auffassung von Wissenschaft in einer Hinsicht: Der Verleugnung des eigenen Standpunktes wird die Offenlegung der Verwicklung jedes Menschen in gesellschaftliche Konflikte entgegengestellt.

Ein zweite wichtige Funktion von Herrschaftskritik ist, verschiedene Aspekte von alltäglichem Leben und analytischen Konzepten von Gesellschaft in Zusammenhang zu bringen. Die Frage nach der Herrschaftlichkeit von Beziehungen und Strukturen, und die Suche nach Wegen, diese ab zu bauen, bringen wechselseitige Abhängigkeiten zum Vorschein. So werden differenzierte Analysen und wirksame Strategien möglich.

Die Idee der Herrschaftskritik ist nicht neu, aber die Voraussetzungen für herrschaftskritische Wissenschaft und Politik haben sich deutlich verbessert: Die horizontale Kommunikation und der Zugang zu Informationen im Internet sind technischer Aspekt mit weitreichenden Folgen. Damit verbunden bahnt sich in den letzten Jahren ein weltweiter Aufschwung von sozialen Revolten gegen verschiedene herrschaftliche Strukturen an. Immer mehr Menschen haben die Möglichkeit, mit Hilfe von Hintergrundinformation politische Prozesse zu verstehen – und erweitern so ihre Handlungsmöglichkeiten. Politisch aktiv zu sein ist heute möglich, ohne auf einer Parteisitzung zu vergammeln oder sich nach oben zu buckeln. Kleine und große Verschiebungen im Machtgefüge sind an der Tagesordnung. Auf die Richtung dieser Verschiebungen kommt es letztendlich an.

Alle weiteren Teile gibt es hier.

Damage-Kommentare (Edit)

Der Rapper Makss Damage hat den Schritt vom antisemitischen Stalinisten zum Neonazi gemacht. Tja. Hat man ja oft drüber gespottet und hätte es trotzdem nicht für wirklich möglich gehalten, jetzt ist es passiert. Lustig daran sind vor allem die Kommentare, Rechtfertigungen, Ausreden:

Alte Geschichten:
„also
als es darum ging das er in berlin spielen sollte hat ein antideutsches hetzt komande geschrieben das es sich bei ihm um einen jungen araber handelt
wie ein araber sieht diese kahle kartoffel nicht aus “

Niemals Baumfällerhemd:
„makss würde niemals ein interview mit rechten machen, rechte würden niemals ein interview mit ihm machen.
makss stimme ist anders.
makss hat edle hip hop klamotten an und nicht so nen scheiß.“

Jetzt blos nicht spalten lassen:
„ich finde nicht, dass sich jetzt irgentwer dafür rechtfertigen muss ehemalger MD hörer zu sein. die texte sind strittig und bieten „viel raum für kritik“ aber man muss dabei im hinterkopf behalten, dass es sich um Hip Hop handelt. und julian klar von amerikanischen künstlern beeinflusst bedient sich wie fast alle anderen rapper ungehemmter übertreibung, was von vielen auch so angesehen wurde. kein MD hörer würde ersthaft für den mord an Anti-ds plädieren ;)

Rat vom Koch:

„gleich zu den kacknasen rennen is dumm, aber merkt ihr nicht wie hohl und flach eure argumente sind? wenn das kein fake ist, tut es mir leid das sich einige von euch links schimpfen. links zu sein, heißt auch mit dem suppentopf, in den ein jedermann wirft, kochen zu können.“

Auch wenn er jetzt ein Nazi ist, mit den Antideutschen hat er einfach Recht gehabt:
„er soll nur wissen das die ursprünglichen Linken nicht ausgestorben sind. nicht alle linken sind pazifisten. wer braucht schon eine raf, wenn man selber kämpfen kann? ganz klare trennung, anti deutsche gehören nicht zu uns. aber eine nation ist zu klein und viel zu kleingeistig. größere strukturen so wie die wirtschaft funktioniert, so muss auch die politik gestrikt werden. das ist schwierig aber machbar.“

Abwägungssache:
„ich weiss nicht was erschreckender ist das makss damage interview oder zu sehen das es noch menschen gibt die antideutsche zu den linken zählen XD“

Die bisher beste Begründung dafür, dass es ein Fake ist:
„mmhh, hört sich absolut realistisch an. ich denke aber mal es war anders.
ermutlich haben die nazis ihre zeitmaschine, mit der sie sonst immer in jahr 1936 reisen um dort ihren führer bei der olympiade zuzujubeln umprogrammiert und sind in die zukunft gereist.
dort haben sie dann einen terminator tx gefangen genommen um ihn dann wieder mit in die gegenwart zu nehmen. und das alles mit dem einzigen zweck: ein perfektes fake video (der tx kann die gestalt aller personen annehmen die er terminiert) von makss damage zu produzieren.
das liegt doch alles auf der hand. deshalb finde ich meine vermutung auch viel realistischer als eurer verschwörerischer dünnschiss. “

Ein weiteres schlüssiges Fake-Argument:
„Das Interview muss ein Fake sein, erst gestern ist ein gewisser Julian F. jetzt neuerdings mit Bart und Häkelmütze bei uns in Mönchengladbach aufgetaucht und hat seine neue CD mit Koransuren vorgestellt, leider ohne Beats, denn die sind haram.“

Der wahre Grund für seinen Umschwung:
„Nachdem er mein Kampf gelesen hatte, war ihm klar, wohin sein Weg führen würde:
Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus …“

Historische Parallelen:
„das ganze erinnert mich irgendwie an die Auflösung von NKOTB – nur dass da weniger gejammert wurde. also reißt euch mal zusammen!!!“

Makss meldet sich auf Indy zu Wort:
„Viele werden mich kennen als strammen Genossen oder auch als Kameraden. Ich sage euch eins, fickt euch alle! Ihr seid alle zusammen solche Verlierer und habt es noch nicht bemerkt. Ich suchte Zusammenhalt und fand schierige Heuchler voller kaputter Egos. Ich kenne euch alle, kenne die Frontlinien die ihr euch zeichnet und musste mir eingestehen das ihr einfach nur dumm seid. Ich habe jetzt den wahren, einzigen Glauben gefunden und hoffe ihr alle lernt von mir die eine Wahrheit. Mein neues Album wird den Titel „Wiedergeboren 2012″ und folgende Track enthalten:

01. Ein langer Weg (Intro)
02. Verlierer
03. Krieger von Jesus
04. Kreuz ohne Haken
05. Sterben für Christus
06. Liebe zum wahren Licht
07. Wahrer Führer (skit)
08. Altar des Krieges
09. Revolution des Kreuzes
10. Outro

Gott mit euch! Makss Damage!“

Und am Ende natürlich:
„Antideutsche Intrige“

Werbeeinblendung

Am Samstag, gegen Antizionismus und Geschichtsrevisionismus auf die Straße gehen:

27. November / 18:00 Uhr
Maritim Hotel (Stauffenbergstraße 26)

Das Sarrazin-Buch ist so trocken und fad, dass mir so langsam die Lust vergeht, es weiterzulesen. Das unterscheidet es im übrigen von Kirsten Heisigs „Das Ende der Gedult“, dass sich in einem Zug wegliest. Nur so als Randinfo.

Wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer geht…

„Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unt…errichtet, was da los ist.“

Erhart Körting (SPD)

Zwischendurch

Verdammt, eine Blogregel scheint zu sein:
Je mehr Texte, desto weniger Leser_innen.
Deswegen zur Auflockerung mal wieder Bildchen:

„Sarrazins Verlag DVA teilte mit, von „Deutschland schafft sich ab“ seien bislang 1,1 Millionen Exemplare gedruckt worden. Davon sei eine Million bereits an den Buchhandel ausgeliefert.
Sarrazins Ende August erschienener Titel verkaufte sich den Angaben von Media Control zufolge häufiger als Helmut Schmidts, ebenfalls höchst erfolgreiches, bereits 2008 erschienenes Buch „Außer Dienst“, das die Liste zuletzt angeführt hatte. Davon hat der Siedler Verlag 650.000 Exemplare gedruckt. Bei den politischen Sachbüchern seit 2000 insgesamt landet Sarrazin hinter Michael Moores „Stupid White Men“ an zweiter Stelle.
Nach einer Meldung des manager magazins kann Sarrazin mit drei Millionen Euro Honorar rechnen.“

[Quelle]

…schafft sich ab! #2

Nun Teil zwei der Sarrazin-Rezensions-Reihe. Zum Glück sind die Kapitel so schöne kleine Häppchen. Nach dem eher allgemeinen Intro, erklärt uns Sarrazin hier, wie erfolgreiche Gesellschaften funktionieren.

KAPITEL I – STAAT UND GESELLSCHAFT
(Seite 23 – 34)

Endete die Einleitung mit einem Willy Brandt-Zitat beginnt Kapitel eins mit Goethe. Es geht um Tradition, Vererbung auf verschiedenste Weise, das macht das Zitat klar. Das Kapitel beginnt mit Allgemeinplätzen: Wirtschaft und Gesellschaft unterliegen keinen starren Regeln aber örtlichen und geschichtlichen Eigenheiten. Es gibt die verschiedensten Wechselwirkungen; wir betrachten alles aus einem spezifischen normativen Blickwinkel und Gesellschaften entwickeln sich in verschiedenen Regionen verschieden. Aha.
Interessant wird es an dem Punkt wo der Content mit Statistiken untermauert wird.

Dass in Schwaben aufgrund der stärkeren Industrialisierung durchschnittlich intelligentere Menschen als in der Uckermark leben, wird mit einer Studie der Bundeswehr an ihren Rekruten „bewiesen“. Die gesellschaftlichen Konditionen, die Menschen dazu bringen zur Armee zu gehen, bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zahlen auf die Gesamtbevölkerung verallgemeinern lassen – wenn man nur junge wehrfähige Männer testet –, seien mal dahin gestellt. (Das hat auch schon Martin Sonneborn festgestellt.)

Weiter gehts, obwohl festgestellt, dass es dafür keine wissenschaftliche Methode der Feststellung gibt, mit der Bemerkung, dass es sich in Deutschland besser, als Rumänien, dort besser als im Sudan und überhaupt überall besser als in Somalia leben würde. Ok.

An der Stelle kommt auch das erste Mal das Gen ins Spiel.

Nur um sofort festzustellen, dass bei menschlichen Veranlagungen sowohl genetische als auch sozialisierte Elemente eine Rolle spielen.
Er begibt sich anschließend weg von der Ebene des Individuums zurück auf die Ebene des Weltgeschehens und stellt ein paar „Konstanten der Menschheitsgeschichte“ auf:

Wenn man also vorhat, ein tausendjähriges Reich zu gründen, braucht es klare Hierarchien, die durch Gewalt nach innen und aussen gesichert werden, allgemein annerkannte Werte – am besten durch Religion vermittelt – und die Möglichkeit, für jeden Einzelnen, für sein täglich Brot zu schuften.
Tausendjähriges Reich? Wie komme ich denn jetzt darauf? Achso, Sarrazins Beispiele:
1. Ägypten. Die 3000 Jahre andauernde Herrschaft der Pharaos funktionierte durch technischen Fortschritt (Bewässerung) und den Zusammenfall von weltlicher und religiöser Macht im Gottkönig. Allen ging es gut, vor allem dem Pharao, und es hielt verdammt lange.
2. Römisches Reich. Das schaffte es immerhin noch auf 1100 Jahre. Vor allem wegen seiner militärischen Stärke, aber auch seiner „Stabilität und Elastizität“. Was diese Elastizität genau ist? Ganz einfach: Wenn das Prinzip der Rebublik nicht mehr funktioniert, bilde eine Diktatur. Wenn Polytheismus nicht mehr zieht, mache das Christentum zur Herrschaftsreligion.
Und woran ists gescheitert?

Wenig eigene Kinder, zu viele Ausländer (Völkerwanderung), Islamisierung. Woran auch sonst?
3. Europäisches Mittelalter. Christentum stand über allem, Gewalt wurde von Lehnsherren gesteuert. So einfach kanns gehen.
4. Reformation, Aufklärung, Absolutismus. Die Privatisierung des Glaubens, und die Philosophen stahlen den Herrschern das Christentum als Legitimationsgrundlage. Menschenrechte und Gleichheit traten die Nachfolge der Religion an. Was sich eigentlich super anhört, hat bei Sarrazin einen fahlen Beigeschmack.

Nicht ganz so perverse gottlose Herrschaftsformen finden sich an jeder Ecke.

Zurück ins Heute:
Die Vergangenheit hat gezeigt, man braucht Sicherheit, Wohlstand und irgendeinen Scheiss, an die Menschen glauben können.

Gedankensprung:
Bevölkerungsexplosion. Dass sich die Weltbevölkerung vom Jahre 1000 (300 Millionen Menschen) bis ins Jahr 2050 (9 Milliarden Menschen) potenzieren wird, wirft für Sarrazin zwei Fragen auf:

Obwohl er anschließend sagt, dass keine der beiden Fragen in seinem Buch beantwortet wird, steckt die Antwort doch schon in den Fragen: Nö. Das Spielchen ist das selbe wie bei der Klimafrage. Ui, das ist ein krass umfangreiches Thema. Lass uns doch lieber erstmal das Deutschland-Problem lösen.

Anders gesagt, wen interessieren die verreckenden Menschen in Dritt-Welt-Ländern. Es geht hier im Deutschlands Niveau.

Gedankensprung zur Völkerkunde:
Warum an dem Punkt wieder die Genetik ins Spiel kommt, erschließt sich nicht. Es geht Sarrazin um die Mentalitätsunterschiede von „Völkern und Gesellschaften“. Diese können sich über Generationen verändern, sind aber nicht oder nur schwer steuerbar.

Gedankensprung zurück zur Wirtschaft:
Der materielle Vorsprung Europas und Nordamerikas wird bedroht von aufstrebenden Wirtschaftsmächten (China) und Niedriglohnländern. Doch wir können das beeinflussen. Wir müssen nur wieder „fleißiger, gebildeter, unternehmerischer und intelligenter“ werden. Los gehts. In Kapitel 2.